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Extremismus

Unmut über Rechtsextremismus-Studie von Göttinger Institut

In der Union regt sich Unmut über eine Studie zum Rechtsextremismus in Ostdeutschland. Sie war unter anderem zu dem Ergebnis gelangt, dass Ostdeutsche besonders anfällig für Rechtsextremismus sind.

Berlin. Erstellt wurde die Studie von Wissenschaftlern des Göttinger Instituts für Demokratieforschung, in Auftrag gegeben hatte sie die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD).

"Die von Frau Gleicke vorgestellte Studie grenzt an einen Skandal. Immer deutlicher wird, dass sie wissenschaftlichen Anforderungen auch nicht im Entferntesten gerecht wird", kritisierte Unionsfraktionschef Volker Kauder der "Bild" (Mittwoch).

Das Göttinger Institut hatte Freital, Heidenau und Erfurt in die Untersuchung einbezogen. Von diesen drei Städten ausgehend sei ein Urteil über ganz Ostdeutschland gefällt worden, hieß es. Der Ansatz, sich auf 40 Interviews zu stützen, sei zweifelhaft, die Studie "wissenschaftlich stümperhaft", so die Kritik.

Vorwürfe gab es auch an einem anderen Punkt. "Die Welt" hatte am Montag online berichtet, das Göttinger Institut habe für die Studie Namen von zitierten Leuten erfunden. Erst später sei eingeräumt worden, dass die Forscher in einigen Fällen andere Namen verwendeten, um Quellen zu anonymisieren. Das Institut betonte: "Alle Interviewpassagen stammen von tatsächlichen Akteuren vor Ort, sind von den AutorInnen der Studie geführt, verschriftlicht und analysiert worden." Zum Schutz der Befragten seien diese aber mehrheitlich anonymisiert oder verfremdet worden.

Im Berliner "Tagesspiegel" (Mittwoch) gab einer der Autoren der Studie handwerkliche Fehler zu. "Es war zweifellos ein Fehler, dass wir im Namensverzeichnis nicht mit Sternchen noch einmal gekennzeichnet haben, welche Interviewpartner anonymisiert wurden", zitierte die Zeitung den Autoren Danny Michelsen.

dpa


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