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Ein Mann begutachtet nach einem Unfall den Lackschaden an einem Auto. 

Ein Mann begutachtet nach einem Unfall den Lackschaden an einem Auto. © Roland Weihrauch/Archiv

Verkehr

Unfallflucht: Neuer Höchststand in Niedersachsen

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Niedersachsen ist gestiegen, die Zahl der Verkehrstoten gesunken. Vor allem junge Leute und Rentner kommen auf den Straßen des Landes ums Leben. Und: Immer mehr Autofahrer flüchten nach einem Unfall.

Hannover. Die Zahl der Unfallfluchten in Niedersachsen hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht: Die Polizei registrierte 48 341 solcher Fälle, fast 800 mehr als im Vorjahr. "Unfallflucht ist ein Massendelikt geworden", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag in Hannover bei Vorlage der Unfallstatistik für 2016. Es handele sich dabei aber um eine ernstzunehmende Straftat mit erheblichen Konsequenzen. Er appellierte an die Autofahrer, sich der Verantwortung zu stellen. Denn: "Jede zweite Unfallflucht wird aufgeklärt", betonte Pistorius.

Die Zahl der Verkehrstoten sank im vergangenen Jahr in Niedersachsen. 2016 starben 413 Menschen, 44 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Verkehrsunfälle stieg jedoch insgesamt um 2,4 Prozent auf 216 480. Einer der Hauptgründe für einen Unfall sei, dass der Fahrer abgelenkt sei, vor allem durch sein Smartphone. Verkehrswacht und Polizei in Niedersachsen hatten deswegen im vergangenen Jahr die Kampagne "Tippen tötet" aufgelegt. 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in der Verkehrssünderdatei sind fällig, wenn man telefonierend beim Autofahren erwischt wird. Die neue Verkehrsstatistik im Einzelnen:

UNFALLURSACHEN: Zu hohe Geschwindigkeit ist weiter der Hauptgrund für tödliche Unfälle. Missachtung der Vorfahrt, zu wenig Abstand und nicht angepasste Geschwindigkeit sind als Unfallursachen gegenüber 2015 nahezu gleich geblieben. Ablenkung durch das Smartphone ist ebenfalls oft Ursache für einen Unfall. "Wer bei 50 Stundenkilometern nur drei Sekunden tippt, hat 45 Meter Blindflug", erklärte Pistorius. Die Polizei werde weiterhin genauer hinsehen.

RISIKOGRUPPEN: Zu den am meisten gefährdeten Verkehrsteilnehmern gehören weiterhin junge Erwachsene und Rentner. 59 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren verunglückten 2016 tödlich, vier weniger als im Vorjahr. 33 von ihnen steuerten ein Auto und acht ein Motorrad. Auch neun Kinder im Alter zwischen einem und 14 Jahren starben 2016 bei Unfällen, vier weniger als im Vorjahr.

Bei den getöteten Senioren ab 65 Jahren stieg die Zahl um 22 auf 147 an. "Mobilität sollte auch im Alter gewahrt bleiben", sagte Pistorius. Er empfahl die Teilnahme an regelmäßigen Trainings, aber nicht erst ab 80 Jahren. Zugleich appellierte der Minister an die Eigenverantwortung jedes einzelnen. "Von 58 getöteten älteren Fahrern haben 47 den Unfall selbst verursacht", sagte der Minister.

BAUMUNFÄLLE: Knapp 30 Prozent aller Unfalltoten im vergangenen Jahr starben bei der Kollision mit einem Baum. Das waren 117 Menschen, 22 weniger als im Vorjahr. Der Anteil ist damit weiterhin sehr hoch, auch wenn es 2,8 Prozent weniger Baumunfälle gab als 2015. Ursache sind Fahrfehler und vor allem überhöhte Geschwindigkeit.

UNFALLSCHWERPUNKTE: Zwei Drittel der tödlichen Unfälle im vergangenen Jahr ereigneten sich auf Landstraßen. Die Autobahnen sind die sichersten Straßen. 45 Menschen starben 2016 auf niedersächsischen Autobahnen, die meisten auf der A2. Hier gab es 17 Tote, auf der A7 11 und auf der A1 6 Tote.

dpa


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