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Niedersachsen Umweltrisiko Kunstrasen
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00:17 24.01.2018
Kein Volltreffer: Kunstrasen hat Vor- und Nachteile. Hier eröffnet Hannovers OB Stefan Schostok einen Platz des Zentrums für Hochschulsport.    
Hannover

 Ausgerechnet von Sportplätzen droht eine Gefahr für die Umwelt auszugehen – Plastikteilchen von Kunstrasen können das Grundwasser belasten, warnt das Umweltministerium.

Der winzige Kunststoff gelangt durchs Wasser ins Meer, wird dort von Tieren gefressen und endet so schließlich in Nahrungsmitteln auf dem Teller. Laut niedersächsischer Landesregierung sind die drei größten Quellen für den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt: der Gummiabrieb von Reifen, dann Produktions- und Transportverluste – und schon an dritter Stelle Kunstrasenplätze. Die Landesregierung stützt sich dabei auf Werte des Fraunhofer-Instituts für Umwelttechnik.

Der Umweltspezialist der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer, war auf das Thema aufmerksam geworden: „Man muss sich intensiv Gedanken machen, was man mit den Wasserabläufen der Kunstrasenplätze macht.“ Möglicherweise lasse sich durch Filter verhindern, dass die Mikroplastikteilchen ins Grundwasser gelangen. Bäumer hat den Eindruck, dass das Thema bislang unterschätzt wird: „Offenbar hat bisher noch niemand drüber nachgedacht.“

In der schriftlichen Stellungnahme des Umweltministeriums sind noch keine Empfehlungen enthalten, wie die Plastikteilchen gestoppt werden könnten. Auch rechtlich sei das nicht geregelt: „Der Landesregierung sind keine solchen Vorschriften für Kunstrasenanlagen be­kannt.“

Das Ministerium betont aber: „Die Landesregierung ist der Auffassung, dass Mi­kroplastik in der Umwelt eines der wichtigsten Themen der Umweltpolitik ist.“ Es gebe bereits Untersuchungen und Arbeitsgruppen, von denen sich das Land Empfehlungen für das weitere Vorgehen erhoffe.

In der Landeshauptstadt gibt es zahlreiche Kunstrasenplätze, weitere werden gebaut. „Die Belastung ist bei uns deutlich geringer“, betont eine Stadtsprecherin mit Blick auf das Grundwasser. Der Untergrund der Plätze werde zum Beispiel nicht aus Resten von Autoreifen angelegt, sondern mit unbedenklichem Quarzsand.

Von Dirk Altwig

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