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Unfälle

Zwei Tote und Trümmerregen bei Flugzeugabsturz im Solling

Bei einem Flugzeugabsturz im südniedersächsischen Solling sind zwei Männer ums Leben gekommen. Die einmotorige Maschine vom Typ Jabiru J430 stürzte nach Angaben der Polizei in ein schwer zugängliches Waldstück in der Nähe der Ortschaft Mühlenberg im Landkreis Holzminden.

Holzminden. Die beiden Insassen konnten nur noch tot geborgen werden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Identität der Männer steht noch nicht fest. Auch die Unfallursache ist noch unklar. Die Ermittlungen werden nach Angaben der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig voraussichtlich einige Wochen in Anspruch nehmen.

Am Dienstagabend kurz vor 21 Uhr hatten Bewohner des 1000-Seelen-Dörfchens Mühlenberg einen lauten Knall gehört. Kurz darauf fielen Gegenstände vom Himmel. Die Stücke, die sich später als Flugzeugteile entpuppten, krachten in Gärten und auf die Straße. "Einige landeten auch auf Dächern", sagte Polizeisprecher Jens Petersen. Die Menschen im Ort hätten großes Glück gehabt. "Niemand wurde verletzt. Und es gab auch keinen nennenswerten Sachschaden." Die beiden Insassen des einmotorigen Propellerflugzeuges, das im nordrhein-westfälischen Dinslaken gestartet war, starben jedoch.

Die abstürzende Maschine rasierte nach Polizeiangaben in einem rund 500 Meter vom Dorf entfernten Waldstück die Baumkronen ab und krachte dann auf den Boden. Einsatzkräfte benötigten in der Dunkelheit in dem bergigen und durch Dauerregen aufgeweichten Gelände mehr als eine Stunde, um die Absturzstelle zu finden. Dort entdeckten die Helfer auch die beiden Toten. Einer der Männer war im Wrack eingeklemmt. Der andere lag neben den Trümmern. An den Bergungsarbeiten waren etwa 150 Einsatzkräfte beteiligt.

Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig nahmen noch in der Nacht ihre Ermittlungen auf. Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt. Bis zum Mittwochmittag waren die meisten Trümmerteile geborgen. Zeugen hatten unter anderem ein etwa 2,50 Meter langes Stück einer Tragfläche gefunden.

Das viersitzige Flugzeug habe vermutlich den brandenburgischen Flughafen Oehna ansteuern wollen, sagte Polizeisprecher Petersen. Die Maschine war nach Angaben der BFU in Frankreich zugelassen. Sie trug auch ein französisches Kennzeichen. An der Absturzstelle wurden die Ausweise zweier deutscher Männer gefunden. Ob es sich bei den Toten um die Inhaber der Papiere handelt, sei noch nicht sicher, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hildesheim. Seine Behörde habe deshalb eine Obduktion der Leichen veranlasst.

Zur Unfallursache gab es am Mittwoch noch keine Angaben. Alleine die Untersuchungen der Wrackteile werde möglicherweise mehrere Wochen in Anspruch nehmen, sagte der BFU-Sprecher.

Bei der abgestürzten Maschine handele es sich um ein Flugzeug eines australischen Herstellers. Die australische Luftfahrtbehörde hatte nach einer Serie von Triebwerk-Zwischenfällen für Flugzeuge mit Jabiru-Triebwerken vorsorglich besondere Sicherheitsempfehlungen gegeben. Unter anderem sollten die Maschinen nur bei Tage nach Sichtflugregeln über Gelände geflogen werden, das im Notfall das Erreichen geeigneter Notlandeplätze im motorlosen Gleitflug erlaubt.

dpa


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