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Atomkraft

Wenzel nimmt Betreiber bei AKW-Abriss in die Pflicht

Damit das Land oder der Bund nicht auf den Kosten für den Abbau von alten Atomkraftmeilern sitzenbleiben, will Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel die Betreiber miteinbeziehen in die Abrisspläne.

Oldenburg. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne)hat auf die Verantwortung der Atomkraftwerks-Betreiber hingewiesen, den strahlenden Schutt beim Rückbau der Kraftwerke ordnungsgemäß zu entsorgen. Bei einem Abriss bestünden 99,9 Prozent des Mülls aus hochradioaktivem Abfall, der nur in einem sicheren "Ewiglager" deponiert werden dürfe, sagte er der Oldenburger Nordwest-Zeitung (Dienstagsausgabe). "Es gilt das Verursacher-Prinzip: Die Betreiber haben über viele Jahre Geld verdient und können sich nicht aus der Affäre ziehen. Sie müssen für eine ordnungsgemäße Entsorgung sorgen."

Vorschläge von Atomkraftgegnern, die abgeschalteten Meiler vor Ort zu belassen und mit einer dicken Betonschicht abzudecken, lehnte der Minister ab. "Dann würde der Abfall dauerhaft in der Landschaft stehen." Außerdem sei unklar, ob sich in 20 oder 30 Jahren noch Verantwortliche fänden, die den Rückbau organisieren könnten. "Wer kann garantieren, dass Betreiber in 20 Jahren noch zahlungsfähig sind?"

Um die Kosten für einen Rückbau zu sichern, werde derzeit über einen öffentlich-rechtlichen Fonds für Rückstellungen der Konzerne verhandelt, "damit sich die Verursacher nicht aus dem Staub machen können", sagte Wenzel. Er bekräftigte seine Forderung nach einer wissenschaftlichen und ergebnisoffenen Suche nach einem sicheren Endlager. Bisher sei lediglich "mit dem Finger auf der Landkarte" gesucht worden. "Und davon war dann immer nur Niedersachsen betroffen. Das wollen wir endlich beenden."

epd


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