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Ein Bügelschloss wird aufgebrochen.

Ein Bügelschloss wird aufgebrochen. © Friso Gentsch/Archiv

Kriminalität

Weniger Fahrräder gestohlen: Aufklärungsquote gering

Ein gebrauchtes Fahrrad wollen viele am liebsten günstig kaufen. Doch Vorsicht: Schnäppchen können auch deshalb welche sein, weil das Rad geklaut wurde. Diebstähle beschäftigen Polizei, Händler und Kunden.

Hannover. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Fahrraddiebstähle in Niedersachsen stetig zurückgegangen, gleichzeitig ist die Aufklärungsquote relativ gering geblieben. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik Niedersachsen hervor. Demnach zählte die Polizei 2016 knapp 36 600 Fälle von Fahrraddiebstahl. Das sind gut 700 weniger als im Vorjahr. Die Dunkelziffer dürfte aber höher sein. Nicht jeder Raddiebstahl wird angezeigt.

Vor fünf Jahren schlugen Fahrraddiebe in Niedersachsen noch häufiger zu: Registriert wurden 2011 insgesamt rund 41 500 Fälle - knapp 5000 mehr als 2016. Allerdings konnte die Polizei damals mit knapp 17 Prozent der Fälle mehr aufklären als zuletzt. 2016 lag die Aufklärungsquote nur noch bei etwa 13 Prozent. Damit liegt die Quote aber immer noch über dem bundesweiten Durchschnitt von neun Prozent. Über die Entwicklung im vergangenen Jahr hatte zunächst die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet.

Gestohlene Fahrräder sind nicht nur für die Polizei, sondern auch für Händler und Käufer ein Problem. "Ganz verhindern können wir das nicht", sagte Christoph Forsting der dpa. Er ist Geschäftsführer der Fietsenbörse und organisiert unter anderem in Hannover, Bremen, Hamburg und Osnabrück regelmäßig Fahrradmärkte.

In den vergangenen Jahren, in denen via Fietsenbörse rund 20 000 Räder verkauft wurden, habe es allerdings nur drei bis vier Fälle gegeben, in denen Fahrradmarkt-Besucher ihr geklautes Rad wiedererkannt hätten, so Forsting.

"Wer bei uns ein Rad verkaufen will, muss vorher einen Vertrag ausfüllen und darin auch seine Personalausweisnummer angeben", erklärte der Fietsenbörse-Betreiber. Die Identität werde dann auch überprüft. Viele Diebe würde das vermutlich schon abschrecken. Hinzu kommt Forsting zufolge, dass viele Kriminelle die Räder auseinanderbauen und dann die Teile einzeln im Internet verkaufen.

Geklaute Räder können Händler in Bedrängnis bringen. So erkannte eine 33-Jährige vor Kurzem in Bremen ihr gestohlenes Fahrrad vor einem Second-Hand-Laden wieder. Der Ladenbesitzer gab an, das Rad als vermeintliches Schnäppchen erworben zu haben. Gegen ihn wurde eine Anzeige wegen Hehlerei erstattet. Das Rad war vorher im Treppenhaus stehend gestohlen worden.

Forstings Erfahrung nach sichern sich Verkäufer gerne ab. Immer wieder fragten sie bei der Polizei an, ob der Diebstahl eines Rades angezeigt worden sei, berichtete Forsting. Die Polizeidirektion Hannover bestätigte der dpa, dass es solche Anfragen gibt, wenn auch äußerst selten. Die Beamten geben darüber dann auch Auskunft.

Verbrauchern rät der Radexperte, sich einen Kaufvertrag für das Rad ausstellen zu lassen. In diesem sollten alle Daten des Verkäufers notiert sein - samt Personalausweisnummer. Diebe würden sich davor in der Regel drücken. "Es empfiehlt sich, ein massives Stahlketten-, Bügel- oder Panzerkabelschloss zu verwenden, das groß genug ist, um das Fahrrad an einem festen Gegenstand, wie etwa einem Fahrradständer, anzuschließen", erklärte Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Hilfreich ist auch die Codierung des Rades bei der Polizei. Dazu bekommen die Fahrradbesitzer einen Fahrradpass als App oder zum Ausfüllen. Eine Nachverfolgung einer Anzeige wird dadurch einfacher.

dpa


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