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Kriminalität

Weiterer Tatverdächtiger nach Blutrachemord in U-Haft

Vom Motorrad aus erschossen Unbekannte in Visselhövede einen Mann in der Nähe einer Grundschule. Nun haben die Ermittler einen weiteren Tatverdächtigen festgenommen.

Visselhövede. Nach dem Blutrachemord in der niedersächsischen Kleinstadt Visselhövede hat die Polizei einen weiteren Tatverdächtigen in Amsterdam festgenommen. Der 24-jährige in Albanien geborene Mann wurde per Haftbefehl wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes gesucht, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden am Donnerstag mit. Ob er Angaben zu der ihm vorgeworfenen Tat machen wird, war zunächst unklar.

Zuvor war bereits ein 22-Jähriger aus Albanien in Seelze bei Hannover festgenommen worden. Er hatte den Ermittlern gegenüber seine Beteiligung an der Tat bereits eingeräumt. Ein weiterer in Amsterdam Verhafteter war wieder freigelassen worden, da ein dringender Tatverdacht nicht begründet werden konnte.

In Visselhövede war am 9. Januar ein 46 Jahre alter albanischer Flüchtling auf der Straße in der Nähe einer Grundschule erschossen worden. Die beiden Täter kamen und flohen auf einem Motorrad. Wie die Fahnder herausfanden, hatte der 46-Jährige in seiner Heimat wegen eines Tötungsdelikts im Gefängnis gesessen. Angehörige des damaligen Opfers hatten Blutrache geschworen, die laut Staatsanwaltschaft in Albanien zwar verboten ist, aber auch heute noch zur Sühne von Tötungen und Ehrverletzungen praktiziert wird.

Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit einer länderübergreifenden gemeinsamen Aktion deutscher, niederländischer und albanischer Polizeibeamter. Dabei wurden am vergangenen Dienstag zeitgleich insgesamt 24 Objekte in Deutschland, den Niederlanden und Albanien durchsucht.

dpa


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