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Stephan Weil im Gespräch.

Stephan Weil im Gespräch. © Sebastian Gollnow/ Archiv

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Weil begrüßt VW-Mitarbeiterprämie: Gabriel kritisiert Boni

Die Diskussion um die Prämien für die VW-Vorstände schwelt weiter: SPD-Chef Gabriel will den Streit politisch nutzen.

Hannover/Berlin. Mit Erleichterung hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil auf die Prämienregelung für 120 000 Mitarbeiter bei Volkswagen reagiert. "Es ist gut, dass diese Frage jetzt geklärt ist und das Unternehmen die gute Arbeit der Beschäftigten wieder durch eine Sonderzahlung anerkennt", sagte der SPD-Politiker und VW-Aufsichtsrat am Samstag in Hannover. Die Beschäftigten im VW-Haustarif bekommen trotz der Diesel-Krise pro Kopf 3950 Euro Erfolgsbeteiligung. Das hatten der kriselnde Autobauer und der Betriebsrat am Freitagabend in Wolfsburg bekanntgegeben.

Der Streit um die Prämien für die VW-Vorstände geht hingegen weiter. SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte, es sei "Wahnsinn", "dass sich Unternehmensvorstände wie etwa die von VW mitten in der größten Krise millionenschwere Boni genehmigen". Er sagte dem "Spiegel": "Die Wut der Menschen über solche Praktiken ist riesengroß." Gabriel forderte seine Partei auf, "dieser Wut eine Stimme zu geben".

Die Rekordverluste im Jahr des Diesel-Skandals treffen allerdings auch die Einkommen der Konzernvorstände: Deren Saläre reduzieren sich ganz normal im vereinbarten Berechnungsmodus spürbar, da das schlechte Geschäftsjahr seine Spuren hinterlässt - ähnlich ist es auch beim Bonus der Tarifmitarbeiter. Darüber hinaus bot der Vorstand freiwillig an, den teilweisen Verzicht bei der variablen Vergütung auf drei Jahre zurückzustellen und von der Entwicklung des Aktienkurses abhängig zu machen.

Wie bereits seit Ende April bekannt ist, war 2015 der für den Bereich Nutzfahrzeuge zuständige Vorstand Andreas Renschler mit fast 15 Millionen Euro Spitzenverdiener in dem Entscheidungsgremium. Der Geschäftsbericht erklärt diese hohe Summe mit einem Ausgleich "von verloren gegangenen Ansprüchen aufgrund des Arbeitgeberwechsels in Höhe von 11,5 Millionen Euro". Renschler war im Winter 2015 vom Autobauer Daimler zu den Wolfsburgern gewechselt.

Die "Bild am Sonntag" berichtete nun, der 58-Jährige habe zudem eine für ihn äußerst vorteilhafte Pensionsregelung ausgehandelt. Demnach darf er bereits mit 62 Jahren mit vollen Bezügen in Rente gehen, ein Jahr früher als seine Vorstandskollegen mit vollen Bezügen in Rente gehen. Der Zeitung zufolge käme Renschler dann auf eine monatliche VW-Rente von rund 60 000 Euro, die er zusätzlich zu seiner Daimler-Altersversorgung erhalte. Die Pressestelle der Sparte war zunächst nicht für eine Bestätigung zu erreichen.

dpa


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