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Der Kontoauszug eines Girokontos.

Der Kontoauszug eines Girokontos. © Karl-Josef Hildenbrand/Archiv

Verbraucher

Verbraucherzentrale: Mangelnde Transparenz bei Girokonten

Ärger mit Handwerkerrechnungen, überhöhte Inkassokosten oder Betrug beim Internet-Shopping: Zehntausende Kunden haben sich dazu Rat beim Verbraucherschutz in Niedersachsen geholt. Mit Sorge verfolgen die Experten auch, wie unübersichtlich Girokonto-Gebühren geworden sind.

Hannover. Mangelnde Transparenz erschwert Kunden nach Ansicht der Verbraucherzentrale Niedersachsen den Überblick bei der Wahl ihres Girokontos. "Die Preisspanne der monatlichen Kontoführung geht von Null bis 22,50 Euro", sagte der Finanzexperte der Verbraucherzentrale, Andreas Gernt, am Montag bei der Jahrespressekonferenz der unabhängigen Beratungsstelle in Hannover.

Neue Kontomodelle und Gebühren machen den Produktvergleich schwer und könnten schnell zur Kostenfalle werden, fand die Verbraucherzentrale in ihrem jüngsten Marktcheck heraus. Die Einrichtung, die ihre Beratung künftig auch per Videochat im Internet anbietet, hatte für die Studie die Angebote von 51 Kreditinstituten im Lande untersucht.

Schwerpunkte der Arbeit der Verbraucherberatung waren außerdem:

INKASSOFORDERUNGEN

Zum einen gibt es Beschwerden über deutlich zu hohe Mahnkosten bei berechtigten Forderungen. Zum anderen gibt es aber auch Beschwerden über erfundene, unberechtigte Geldforderungen. Mit einschüchternden Sätzen oder unverhüllten Drohungen werden Zahlungen angemahnt, obwohl es dafür keine Grundlage gibt. Die Verbraucherzentrale führte als Beispiel eine Frau aus Oldenburg an, die mit dem Vermerk "Letzte Gelegenheit vor Vollstreckungsmaßnahmen" zur Zahlung von 911,96 Euro GEZ-Beiträgen für 2007 bis 2010 angemahnt wurde. Das Schreiben trug das Logo der früher für den Einzug von Rundfunkbeiträgen zuständigen Gebühreneinzugszentrale GEZ - die gibt es aber seit 2013 nicht mehr.

KOSTENFALLEN IM INTERNET

21 Prozent aller Anfragen an die Verbraucherzentrale Niedersachsen betrafen Probleme rund um Shopping im Internet und Telekommunikation. "Das Phänomen nimmt leider zu", sagte Geschäftsführerin Petra Kristandt. Spitzenreiter waren dabei Beschwerden über unlautere Geschäftspraktiken und untergeschobene Verträge - dabei werden Kunden mitunter unter einem Vorwand zu einer schnellen Unterschrift unter einen Text verleitet, der sich dann bei näherem Hinsehen als Vertrag entpuppt. Probleme gibt es auch mit gefälschten Online-Shops, sogenannten Fake-Shops. Bei den Käufern kommt die Ware entweder nie an oder es werden gefälschte Markenprodukte geliefert. Verbraucherschützer raten, nicht per Vorkasse zu zahlen und das Impressum von Internet-Shops genau unter die Lupe zu nehmen.

HANDWERKERRECHNUNGEN

Zu den Klassikern bei der Beratung der niedersächsischen Verbraucherschützer gehören Rechnungen, die Kunden in Extremsituationen von Handwerkern ausgestellt werden - etwa, wenn das Abflussrohr verstopft ist, die Heizungstherme kaputt oder das Auto eine Panne hat. Den meisten Ärger im Handwerkerbereich gab es mit Schlüsseldiensten und unseriösen Anbietern, die im Internet ihre Dienste anbieten. Vor Ort wurden hohe Rechnungen von zum Teil bis zu 1000 Euro ausgestellt, die oft sofort und in bar gezahlt werden sollten.

INTERNET-BERATUNG

Die Zahl der Beratungsfälle im Internet stieg im Vorjahr um fast ein Drittel. Als Konsequenz hat die Verbraucherzentrale ihren Internetauftritt komplett überarbeitet. Nach den Sommerferien will Die Verbraucherzentrale zusätzlich zu ihrer Tätigkeit in den Räumen der landesweit elf Beratungsstellen ihre Dienste auch per Videochat im Internet anbieten. Bei der Verbraucherzentrale fragten 2016 rund 84 000 Niedersachsen persönlich, online, telefonisch oder bei Veranstaltungen um Rat nach - fünf Prozent mehr als noch 2015.

dpa


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