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Ein Schild mit einem Volkswagen Logo steht in Hannover.

Ein Schild mit einem Volkswagen Logo steht in Hannover. © Julian Stratenschulte/Archiv

Auto

VW-Streit: Dulig forderte rasche Lösung

Bei VW in Zwickau stehen die Bänder für Golf und Passat still. Hintergrund ist ein Streit mit Zulieferern. Deren Belegschaft hat Zukunftsängste.

Zwickau/Wolfsburg. VW hat am Montag auch in Zwickau die Produktion von Golf und Passat eingestellt. Wie das Unternehmen am Stammsitz in Wolfsburg mitteilte, soll die Fertigung der beiden Modelle bis Freitag (26. August) ruhen. Am Standort seien bis zu 6000 Mitarbeiter von "Flexibilisierungsmaßnahmen bis hin zu Kurzarbeit" betroffen. Andere Bereiche von VW wie das Presswerk und das Chemnitzer Motorenwerk sind nicht betroffen.

Auslöser für den Produktionsstopp in mehreren VW-Werken ist ein Streit zwischen Volkswagen und den sächsischen Zulieferern ES Automobilguss und Car Trim. Wegen fehlender Getriebeteile und Sitzbezüge ist die Produktion auch in Emden, Wolfsburg, Kassel, Salzgitter und Braunschweig unterbrochen. Der VW-Betriebsrat in Sachsen wollte sich zu dem aktuellen Geschehen nicht äußern und verwies auf die Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig fordert im Streit zwischen Volkswagen und den Zulieferern eine schnelle Lösung. "Es kann nicht sein, dass der Streit auf dem Rücken von Tausenden Beschäftigten ausgetragen wird", sagte der SPD-Politiker am Montag. Er appellierte sowohl an VW als auch an die Zulieferer, sich möglichst rasch zu einigen.

Sollte es keine Lösung geben, wollte Dulig mit seinem niedersächsischen Amtskollegen Olaf Lies (SPD) bis zum Abend entscheiden, ob sie sich als politische Vermittler zur Verfügung stellen. Dulig ergriff in dem Konflikt für keine der beiden Seiten Partei. Zum einen müsse Volkswagen eine gute Perspektive im Automobilland Sachsen haben. Es gehe aber auch um Tausende Arbeitsplätze in der Zuliefererindustrie bei kleinen und mittelständischen Firmen.

Der Lieferstopp des sächsischen VW-Teileherstellers ES Automobilguss versetzte unterdessen die dortige Belegschaft in Zukunftsangst. Die Sorgen bei den rund 350 Mitarbeitern und deren Familien seien groß, die Informationen aus dem Unternehmen dünn, hieß es am Montag aus Kreisen der Belegschaft. Für diesen Dienstag ist bei ES Guss in Schönheide im Erzgebirge eine Betriebsversammlung geplant.

Derzeit können fast 28 000 VW-Mitarbeiter wegen der fehlenden Teile nicht so arbeiten, wie sie sollen. Auch für ES Guss scheint die Lage bedrohlich. Das Unternehmen teilte mit, es sei zum Lieferstopp gezwungen, da VW zuerst seinerseits vertragswidrig gehandelt habe. Das Einbehalten der Teile sei zwingend notwendig, "um unsere eigenen Mitarbeiter in Niedersachsen und Sachsen zu schützen und letztlich den Fortbestand des Unternehmens zu sichern", schrieb ES Guss.

Dem Zulieferer droht in der Branche ein Rufschaden. Die Folgen für die Mitarbeiter des Mittelständlers sind ungewiss.

dpa


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