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Der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Matthias Müller.

Der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Matthias Müller. © Marijan Murat/Archiv

Auto

VW: Porsche-Chef Favorit auf Winterkorn-Nachfolge

Der VW-Aufsichtsrat entscheidet am Freitag über die Nachfolge von Konzernchef Martin Winterkorn. Damit beginnt das große Aufräumen bei Europas größtem Autobauer, während sich wegen des Abgas-Skandals ein Klage-Sturm zusammenbraut. Favorit ist Porsche-Chef Müller.

Wolfsburg/Stuttgart. Volkswagen versucht mitten im Strudel des Abgas-Skandals einen personellen Neustart. Der Aufsichtsrat des Konzerns entscheidet heute in Wolfsburg über die Nachfolge von Martin Winterkorn.

Der bisherige VW-Chef hatte am Mittwoch angesichts der beispiellosen Affäre seinen Rücktritt erklärt. Nun gilt Porsche-Chef Matthias Müller als Favorit für die Nachfolge von Martin Winterkorn an der Spitze von Volkswagen.

Im Fall seiner Ernennung müsste er den Weltkonzern aus der tiefen Vertrauenskrise führen, in die der Abgas-Skandal den größten europäischen Autobauer gestürzt hat. Müller würde auf Winterkorn folgen, der seinen Posten am Mittwoch wegen der Affäre um manipulierte Abgaswerte geräumt hatte. Bei der VW-Tochter Porsche habe der bisherige Produktionsvorstand Oliver Blume (47) wiederum sehr gute Karten, Müller-Nachfolger zu werden, hieß es.

Die Folgen der Manipulationen kosteten nach Winterkorn bereits weitere Spitzenmanager den Job. Bei den Töchtern Porsche und Audi müssen der für Forschung zuständige Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz und Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg gehen, wie dpa aus Konzernkreisen erfuhr. Zuvor hatten bereits "Bild" und "Spiegel Online" darüber berichtet.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte als Konsequenz aus dem Skandal ein grundlegendes Umdenken. "Wir brauchen für die Zukunft ein Klima, in dem Probleme nicht versteckt, sondern offen an Vorgesetzte kommuniziert werden. Wir brauchen eine Kultur, in der man mit seinem Vorgesetzten um den besten Weg streiten kann und darf", betonte er in einem Schreiben an die Mitarbeiter. Als VW-Chef komme nur "eine Persönlichkeit mit großem technischen und unternehmerischen Sachverstand und gleichzeitig großer sozialer Kompetenz" infrage.

Von den Problemen bei VW sind neben Audi weitere Töchter betroffen. Innerhalb des Konzerns teilen sich die Unternehmen etliche Bauteile, darunter Motoren und Getriebe. Ein Sprecher von Skoda bestätigte, Modelle der Reihen Fabia, Roomster, Octavia und Superb aus den Jahren 2009 bis 2013 seien teilweise mit den betroffenen Motoren ausgerüstet worden. Bei aktuellen Modellen gebe es keine Probleme. Volkswagen hatte bereits eingeräumt, dass es bei insgesamt rund 11 Millionen Fahrzeugen weltweit "Abweichungen" gebe. Eine genaue und vollständige Liste der betroffenen Modelle gibt es jedoch noch nicht.

Der Skandal brachte eine ganze Industrie ins Zwielicht. Die Motoren wurden mit einer Software ausgestattet, die die Messung des Ausstoßes von Stickoxiden manipulierte. Klar ist, dass vier Reihen der Tochter Audi betroffen sind: Der Motor vom Typ EA 189 sei in Modellen des A1, A3, A4 und A6 verbaut worden, sagte ein Audi-Sprecher. Die genauen Baujahre und die Anzahl der Fahrzeuge könnten aber noch nicht genannt werden. Ob die Autos von den Software-Manipulationen betroffen seien, könne man ebenfalls noch nicht sagen, hieß es bei Audi. Auch der VW-Konzern selbst bereitet unter Hochdruck an einer Modell-Liste.

Zudem steht die Frage im Raum, ob andere Hersteller ebenfalls bei der Abgasmessung getrickst haben könnten. BMW, Daimler, Ford, Opel und Fiat betonten, sich an alle gültigen Vorgaben gehalten zu haben.

dpa


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