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Ein Baustellen-Schild steht neben dem Volkswagen-Logo.

Ein Baustellen-Schild steht neben dem Volkswagen-Logo. © Julian Stratenschulte/Archiv

Auto

VW-Aufsichtsrat: Boni-Streit und Jahreszahlen

In Wolfsburg tagt seit dem Morgen der VW-Aufsichtsrat. Die Kontrolleure müssen sich dabei mit besonders schwierigen und kontroversen Themen befassen. Es geht um nicht weniger als die Zukunft des gesamten Konzerns.

Wolfsburg. Bei der Sitzung des VW-Aufsichtsrates in Wolfsburg ist Geduld gefragt. Entgegen der ursprünglichen Planung zieht sich das Zusammentreffen des wichtigen Kontrollgremiums zur Abgas-Krise bis in den frühen Nachmittag hin. Die 20 Aufseher von Europas größtem Autobauer waren am Vormittag im Stammwerk zusammen gekommen, um viele wichtige Entscheidungen zu treffen.

Auf der Tagesordnung stehen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unter anderem die umstrittenen Bonuszahlungen für die Vorstände, die Festlegung der offiziellen Eckzahlen zur Jahresbilanz 2015 und die internen Ermittlungen der US-Kanzlei Jones Day zu den Hintergründen der weltweiten Abgasmanipulationen.

Aus Teilnehmerkreisen hieß es, dass insbesondere die vom Land Niedersachsen, Betriebsrat und Gewerkschaften geforderte Senkung der millionenschweren Vorstandsvergütungen für großen Diskussionsbedarf. Auch beim Umgang mit dem bis Ende April angekündigten Bericht zu den Jones-Day-Ermittlungen gehen die Meinungen der Sitzungsteilnehmer zum Teil weit auseinander. Nach dpa-Informationen steht die Veröffentlichung eines "substanziellen Berichtes" auf Druck der US-Behörden gar nicht mehr zur Debatte.

Dem Termin war in der Nacht eine lange Sitzung des VW-Präsidiums sowie der Anteilseigner und der Arbeitnehmerseite vorausgegangen. Dabei hatten sich die Verantwortlichen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur darauf verständigt, dass der Konzern wegen des Abgas-Skandals in seiner Bilanz für 2015 rund 16,4 Milliarden Euro zurückstellt. Damit steigt der Puffer für die bisher absehbaren Kosten der Diesel-Krise nach bereits erfolgten Rückstellungen im dritten Quartal noch einmal um fast 10 Milliarden Euro an.

Mit den Rückstellungen in zweistelliger Milliardenhöhe steuert Europas größter Autobauer auf den größten Verlust in seiner Geschichte zu. Im Jahr 1993 hatte es zuletzt einen Fehlbetrag gegeben: 1,94 Milliarden D-Mark, also rund eine Milliarde Euro. Weitere Verluste in den 1980er und 1970er Jahren waren weit geringer.

dpa


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