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Die Chemiefabrik in Ritterhude explodierte vor etwa einem Jahr.

Die Chemiefabrik in Ritterhude explodierte vor etwa einem Jahr. © Carmen Jaspersen/Archiv

Brände

Ursache für Explosion in Chemiefabrik weiter offen

Fast ein Jahr nach der gewaltigen Explosion in einer Chemiefabrik in Ritterhude ist die Ursache immer noch unklar. Die Polizei habe ihr Arbeit auf dem Gelände zwar beendet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden, Lutz Gaebel.

Ritterhude. "Die Brandstätte ist freigegeben." Die Ermittlungen werden insgesamt aber noch Monate dauern. Während die Behörden und die Anwohner in Ritterhude noch mit der Bewältigung des Unglücks beschäftigt sind, plant der Fabrikbetreiber eine neue Produktionsstätte in Thüringen.

Die Entsorgungsfirma für Chemieabfälle war im vergangenen September mitten in einem Wohngebiet in dem kleinen Ort nahe Bremen in die Luft geflogen. Ein Mitarbeiter kam ums Leben. Die Druckwelle beschädigte rund 40 Häuser. Zahlreiche Familien verloren vorrübergehend ihr Zuhause. Uwe Vanester und seine Frau mussten mehrere Wochen in einem Wohnmobil hausen. Bis auf drei Familien seien inzwischen aber alle wieder in ihre Häuser zurückgekehrt, sagt Vanester. Am 12. September wollen er und seine Nachbarn das mit einem Fest feiern und dabei allen Helfern danken, die sie in der schweren Zeit unterstützt haben.

Dass der Betreiber Organo Fluid die zerstörte Fabrik in Ritterhude nicht mehr aufbauen will, steht fest. Doch welche Folgen die Explosion für die Umwelt haben könnte, lässt sich zurzeit noch nicht abschätzen. Experten haben an 30 Stellen auf dem Gelände Proben aus den Boden gezogen, um diesen auf Schadstoffe wie Benzol oder Schwermetalle zu testen. Auch das Grundwasser wird untersucht. Die Ergebnisse sollen nach Angaben des Umweltministeriums Mitte August vorliegen. Für Ende des Monats ist eine Bürgerversammlung geplant, bei der die Behörden die Anwohner informieren werden.

Nach einer Untersuchung des Ministeriums hatte es Monate vor der Explosion schwere Versäumnisse bei Aufsichtsbehörden und dem Unternehmen gegeben.

Organo Fluid denkt bereits über den Bau einer neuen Produktionsstätte nach. Dafür will die Firma ein Grundstück im thüringischen Niederorschel kaufen. Der Gemeinderat wird nach Angaben eines Unternehmenssprechers am 11. August darüber entscheiden.

dpa


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