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Talanx legt am 12.11.2015 seine Zahlen für das 3. Quartal 2015 vor.

Talanx legt am 12.11.2015 seine Zahlen für das 3. Quartal 2015 vor. © Holger Hollemann/Archiv

Versicherungen

Umbau bei Talanx drückt Prognosen: Stellenabbau geplant

Angesichts anhaltender Niedrigzinsen und eines teuren Umbaus des Deutschlandgeschäfts setzt der Talanx-Konzern seine Prognosen für 2016 zurückhaltend an. Geplant ist auch ein Stellenabbau.

Hannover. Beim Versicherungskonzern Talanx drückt die kostspielige Sanierung des Deutschlandgeschäfts die Gewinnprognosen für das kommende Jahr. Vorstandschef Herbert Haas nannte am Donnerstag für 2016 ein Gewinnziel von mehr als 700 Millionen Euro. Die Umstellung von Computersystemen und ein geplanter Stellenabbau kosten den Versicherer mit Marken wie HDI und Targo viel Geld. An der Börse sackte die Talanx-Aktie am Morgen um 3,8 Prozent auf 27,87 Euro ab.

Wegen des Umbaus der IT-Systeme und geplanter Stellenstreichungen erwartet der Vorstand nach Steuern eine Belastung von 70 Millionen Euro. In den Folgejahren sollten sich Umbaukosten und erzielte Einsparungen in etwa aufheben, sagte Haas.

Seine deutschen Rechenzentren will Talanx künftig von IBM betreiben lassen. Wie viele Arbeitsplätze beim Umbau wegfallen ist noch unklar. Der Stellenabbau soll schrittweise bis zum Jahr 2020 vorgenommen werden, möglichst über natürliche Fluktuation. "Betriebsbedingte Kündigungen werden wir versuchen auszuschließen", sagte Vorstandschef Haas.

Im dritten Quartal konnte sich Talanx trotz hoher Großschäden berappeln. Obwohl die schweren Explosionen in der chinesischen Hafenstadt Tianjin auch in der Bilanz des hannoverschen Konzerns Spuren hinterließen, verdiente Talanx unterm Strich 177 Millionen Euro, 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dazu trug der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück bei, an dem Talanx die Mehrheit hält.

Die Dividende für 2015 will Haas an dem Gewinn festmachen, der sich ohne die Sonderbelastungen ergeben hätte. Der Vorstand plane, die absolute Ausschüttung konstant zu halten. Damit könnten die Aktionäre für dieses und das kommende Jahr je Aktie 1,25 Euro erwarten, so viel, wie Talanx für 2014 gezahlt hatte. Die Beitragseinnahmen zogen - vor allem vom Auslandsgeschäft getrieben - gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,1 Prozent auf 24,4 (21,7) Milliarden Euro an.

Der Umbau seines Lebensversicherungsgeschäfts hatte dem Konzern im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch beschert. In der Lebens- und Rentenversicherung will Talanx spätestens ab Ende 2016 nur noch neuartige Verträge mit weniger Garantien anbieten. Talanx will die Lebensversicherungsgesellschaften damit wieder wettbewerbsfähiger machen. Das Unternehmen reagiert damit auf anhaltende Niedrigzinsen am Kapitalmarkt und steigende Kapitalanforderungen für Versicherer.

dpa


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