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© Peter Steffen/dpa

Demonstration

Über 1.000 Menschen protestieren gegen Rechts

Mehr als 1.000 Menschen haben am Samstag nach Polizei- und Veranstalterangaben im niedersächsischen Bad Nenndorf gegen einen gleichzeitigen Aufmarsch von Neonazis demonstriert. Nach einer Kundgebung am Jüdischen Mahnmal bewegte sich der Zug durch die Innenstadt.

Bad Nenndorf. Viele Teilnehmer trugen Plakate und Transparente gegen Rechtsextremismus. "Nazis stoppen", "Nazis blockieren" oder "Bad Nenndorf bleibt bunt" hieß es darauf. Zu der Demonstration hatten unter anderem das örtliche Bürgerbündnis "Bad Nenndorf bleibt bunt" und der Deutsche Gewerkschaftsbund aufgerufen.

Am Bad Nenndorfer Bahnhof versammelten sich der Polizei zufolge bis zum frühen Nachmittag etwa 190 Rechtsextremisten. Von dort wollten sie zum Wincklerbad ziehen, wo sich von 1945 bis 1947 ein britisches Verhörzentrum und Militärgefängnis für Nationalsozialisten befand. Es kam in der Einrichtung auch zu Misshandlungen. Nach Bekanntwerden der Vorgänge entschuldigte sich Großbritannien dafür.

Seit 2006 veranstalten Neonazis in Bad Nenndorf jeweils am ersten Augustwochenende sogenannte "Trauermärsche". Im vergangenen Jahr konnten Hunderte Bürger den Marsch der Rechten durch eine Sitzblockade aufhalten, so dass die Neonazis das Wincklerbad gar nicht erreichten. Auch am Samstagmittag blockierten mehrere hundert Gegendemonstranten eine Straßenkreuzung, sie lag allerdings nicht auf der "Trauermarsch"-Route. Die Polizei schritt zunächst nicht gegen die Blockierer ein.

Zuvor hatten Beamte bei der Durchsuchung eines Teilnehmers eine Zwille gefunden, der Mann wurde daraufhin vom Versammlungsleiter aus dem Zug ausgeschlossen. Die Proteste gegen den "Trauermarsch" hatten bereits am Freitag begonnen. Einwohner von Bad Nenndorf schmückten die angekündigte Marschroute der Rechten mit Transparenten und bunten Schals, der örtliche Sportverein veranstaltete ein Fest mit Mitmachaktionen für Kinder und Erwachsene. Bei einer Kundgebung am Abend ließen rund 200 Demonstranten Luftballons steigen.

Samstagmorgen hatten die christlichen Kirchen und die örtliche Jüdische Gemeinde zu einem Ökumenischen Gottesdienst in den Kurpark geladen. Etwa 350 Menschen kamen zu dieser Veranstaltung. Wegen der Demonstrationen gab es in Bad Nenndorf erhebliche Verkehrsbehinderungen. Die Polizei hatte mehrere Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Einwohner konnten sich über ein Bürgertelefon über die Maßnahmen informieren.

epd


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