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Niedersachsen Trinkwasser in Niedersachsen ist gut - noch
Nachrichten Niedersachsen Trinkwasser in Niedersachsen ist gut - noch
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08:34 12.12.2017
Trinkwasserprobe wird im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt untersucht. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Dennoch seien Experten alarmiert, denn das Nitrat werde sich irgendwann doch im Trinkwasser niederschlagen. „Aus meiner Sicht hilft nur die Begrenzung des Nitrat-Eintrags“, sagte Suchenwirth. Die neue Düngeverordnung sei ein richtiger Schritt.

Probleme, die zum Beispiel Nordrhein-Westfalen oder Berlin haben, gebe es in Niedersachsen derzeit noch nicht. In NRW und Berlin werde das Trinkwasser sehr schnell aus Flüssen gewonnen. Dort werde zwar ein relativ kleiner Bereich des Ufers auch als Filterzone genutzt. Aber es kämen auch Stoffe aus dem Abwasser in das Trinkwasser. Die Trinkwasserbrunnen in Niedersachsen seien in den meisten Fällen in einer so großen Tiefe, dass der darüberliegende Boden wie ein Filter wirke. Auch das Wasser aus den Talsperren des Harzes sei nicht mit Nitraten oder Abwässern belastet.

Allerdings nehme die Filterwirkung des Bodens mit der Zeit ab. „Irgendwann wird das Nitrat so durch den Boden durchgehen“, sagte Suchenwirth. Insofern seien Maßnahmen zur Reduzierung der Nitratbelastung sehr wichtig.

„Wir stellen seit 2006 steigende Nitratwerte an den oberflächennahen Grundwassermessstellen fest“, sagte der Sprecher des Ostfriesisch-Oldenburgischen Wasserverbandes, Gunnar Meister. Diese Werte seien wie eine „Wareneingangskontrolle“. Hieran lasse sich ablesen, wie das Wasser aussehe, dass nach einigen Jahren in größerer Tiefe ankomme. Bei rund der Hälfte dieser mehr als 65 Messstellen werde der gesetzliche Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überschritten.

2006 sei der Beginn des Biogasanlagen-Booms gewesen, mit der Folge, dass verstärkt Gülle und Gärreste in den Boden gelangt seien. Das Problem sei im südoldenburgischen Raum größer als in Ostfriesland.

Neben dem Problem der Nitratbelastung beobachten Experten auch die Belastung des Abwassers mit Arzneimittelrückständen oder mit Mikroplastik, sagte Suchenwirth. Diese Substanzen seien aber im Trinkwasser derzeit nicht nachweisbar. „Auch hier gilt: Länder wie Nordrhein-Westfalen oder Berlin werden damit früher ein Problem haben als Niedersachsen.“ Bei Arzneimitteln versuche man inzwischen schon bei der Entwicklung darauf zu achten, dass beim Abbau weniger Rückstände bleiben.

dpa

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