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Das Bremer Tierheim rechnet mit vielen Neuzugängen.

Das Bremer Tierheim rechnet mit vielen Neuzugängen. © Patrick Pleul/Archiv

Tiere

Tierheime rechnen mit Flut von Katzenbabys

Wenn im Frühling Katzen und andere Haustiere Babys bekommen, wird es in den Tierheimen eng. Die Einrichtungen in Niedersachsen und Bremen rechnen damit, dass in den nächsten Wochen Hunderte von Katzenjungen bei ihnen abgegeben werden.

Bremen. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Der fehlende Platz und die hohen Kosten sind die Hauptprobleme der Tierheime", sagte Vera Steder vom Tierschutzbund in Niedersachsen. Zu schaffen machen den Tierheimen aber auch immer mehr Fälle von "Animal Hoarding", bei denen Menschen massenhaft Tiere zu Hause halten.

Im Bremer Tierheim sind zurzeit fast 600 Tiere untergebracht. "Wir sind an unsere Grenzen gekommen", sagte Sprecherin Gaby Schwab. Viele der Tiere erwarten bald Nachwuchs. Außerdem steht die Ferienzeit bevor, in der traditionell viele Haustiere in den Heimen landen. Nicht nur finanziell ist das eine große Belastung. Auch die ehrenamtlichen Helfer müssen in diesen Tage deutlich mehr mit anpacken. Deshalb hat das Tierheim jetzt eine große Plakataktion gestartet. Diese soll Tierfreunde dazu bewegen, einen der vielen Vierbeiner zu adoptieren.

Im Tierheim Osnabrück ist es momentan zwar noch ruhig. Aber mit Beginn des Frühlings erwartet auch Tierpflegerin Monika Siegeler, dass mehr Tiere eingeliefert werden. "Bis zu 70 Katzen werden da im Monat gebracht." Sie hofft, dass die neue Kastrationspflicht für Katzen in Osnabrück auf Dauer Wirkung zeigt. Nach dem Gesetz müssen Tierhalter, die ihre Katzen nach draußen lassen, diese ab sofort kastrieren lassen. Auch in Bremen und anderen niedersächsischen Gemeinden gibt es eine solche Regelung.

In Oldenburg erwartet Tierheimleiter Dominic Tombergs bis zu 700 junge Katzen in den nächsten Wochen. Aber nicht nur das bereitet ihm Sorgen. Er befürchtet, dass mit der Einführung des sogenannten Hundeführerscheins in Niedersachsen als schwierig geltende Rassen schwerer zu vermitteln sind. "Wir bereiten uns darauf vor, dass die Tiere länger bleiben werden", sagte Tomberg. Vom 1. Juli an müssen alle, die sich erstmals einen Hund zulegen, nachweisen, dass sie mit diesem umgehen können.

Katzenbabys oder junge Hunde zu vermitteln, ist nach Angaben der Leiterin des Braunschweiger Tierheims, Verena Geißler, nicht das Problem. "Es kommen zu schnell neue Tiere nach", sagte sie. Auch die "Animal Hoarding"-Fälle häufen sich in Braunschweig. Geißler fordert deshalb, dass Angehörige und Nachbarn aufmerksamer auf Anzeichen reagieren. "Sie sollten ein Auge drauf haben und wenn nötig, die Behörden informieren".

Die Fälle von "Animal Hoarding" nehmen in Hannover ebenfalls zu. Für das Tierheim stellen sie allerdings noch kein Problem dar. Die stellvertretende Leiterin Anke Forentheil appelliert an überforderte Tierhalter, sich rechtzeitig zu melden. "Die Tierheime helfen da immer gern", sagte Forentheil.

Für Außenstehende ist es nach Angaben von Tierschutzexpertin Steder oft schwer, krankhafte Tiersammler zu erkennen. "Sie leben oft unauffällig und an abgelegenen Orten. Nachbarn werden oft erst aufmerksam, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist". Da "Animal Hoarding" in Deutschland nicht als psychische Störung anerkannt sei, griffen die Veterinärämter dann oft sehr spät ein, sagte sie. Sie wünsche sich, dass die Behörden die Tierheime früher informierten, damit sich diese auf die vielen Neuzugänge besser vorbereiten könnten.

dpa


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