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IG Metal und Nordmetall starten in die nächste Runde der Verhandlungen.

IG Metal und Nordmetall starten in die nächste Runde der Verhandlungen. © Jens Büttner/Archiv

Tarife

Tarifverhandlungen für norddeutsche Metaller abgebrochen

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die norddeutsche Metallindustrie war sehr kurz. Die Gräben sind tief. Nun bereiten sich die Tarifparteien auf Warnstreiks vor.

Hamburg. Die IG Metall Küste hat die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie im Norden nach nur einer halben Stunde abgebrochen. "Über ein Angebot von 0,9 Prozent mehr Geld und einer Einmalzahlung von 0,3 Prozent brauchen wir gar nicht erst zu verhandeln", sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken am Donnerstag in Hamburg. "Wer so etwas vorlegt, will keine Verhandlungen, sondern provoziert die Beschäftigten."

Der Arbeitgeberverband Nordmetall hatte zuvor wie in den anderen Tarifbezirken 1,2 Prozent mehr Entgelt angeboten. Davon sollen 0,3 Prozent als Einmalzahlung gelten und nicht in die Tariftabellen übernommen werden. "Die Zeit für Höhenflüge ist vorbei", sagte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch.

Nach einer unveröffentlichten Konjunktur-Umfrage des Verbandes hätten 41 Prozent der Unternehmen im Norden mit sinkenden Auftragszahlen zu kämpfen. Ein gutes Drittel der Betriebe schätze die Lage im kommenden halben Jahr als unbefriedigend oder schlecht ein, nur knapp die Hälfte als befriedigend. Rund ein Viertel der Unternehmen plane, die Zahl der Mitarbeiter zu verringern. "Auch vor diesem Hintergrund ist unser Angebot fair und vernünftig", sagte Lambusch.

Die IG Metall Küste fordert für die rund 140 000 Beschäftigten in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt. Nach der kurzen Verhandlung stehen die Zeichen nun auf Warnstreiks. "Wenn die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde nicht kräftig nachlegen, sind Arbeitsniederlegungen unausweichlich", sagte Geiken.

Die Tarifverhandlungen werden am 28. April in Lübeck fortgesetzt. An diesem Tag werden alle Tarifbezirke in Deutschland verhandeln. Um Mitternacht endet dann die Friedenspflicht und voraussichtlich beginnen die Warnstreiks - auch im Norden. Die Arbeitgeber haben mehrfach bekräftigt, dass sie bei diesen Tarifverhandlungen unter dem Ergebnis des Vorjahres von 3,4 Prozent bleiben wollen.

dpa


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