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Ein Ermittler trägt einen Sack.

Ein Ermittler trägt einen Sack. © Julian Stratenschulte/Archiv

Kriminalität

Streit um Tochter: 59-Jähriger gesteht Tötung von Lehrer

In Celle wird ein Lehrer erschlagen im Keller seines Hauses gefunden. Wenige Tage später wird ein 59-jähriger Bekannter des Mannes gefasst. Vor Gericht räumt dieser ein, den Lehrer im Streit erschlagen zu haben. Ging es dabei um die Tochter des Angeklagten?

Lüneburg. Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Lehrers in Celle hat der Angeklagte eingeräumt, den Mann im Streit mit einem Stein und einer Metallstange erschlagen zu haben. Der 55 Jahre alte Pädagoge habe seine 20-jährige Tochter heiraten wollen, sagte der Angeklagte am Dienstag beim Prozessauftakt im Landgericht Lüneburg. Damit sei er aber wegen des Altersunterschiedes nicht einverstanden gewesen. "Dann werde ich ausgelacht", habe er befürchtet.

Die beiden Männer kannten sich durch die ehrenamtliche Dolmetschertätigkeit des iranischstämmigen Lehrers für Flüchtlinge. Wie der aus Afghanistan stammende Angeklagte aussagte, sei es zu einem Streit im Haus des Pädagogen gekommen. Der Lehrer habe ihn massiv unter Druck gesetzt und ihm mit Abschiebung gedroht. Notfalls werde er ihm die Tochter mit Hilfe der Polizei wegnehmen, habe der Pädagoge gesagt. "Da habe ich nur noch rotgesehen", sagte der 59-Jährige. "War es wirklich so, ging es um die Tochter?", fragte der Richter. "Gott ist mein Zeuge", antwortete der 59-Jährige.

Der Vorsitzende Richter hielt dem Angeklagten Widersprüche in seinen Aussagen vor. Der 59-Jährige konnte eine ganze Reihe von Fragen beantworten, obwohl er zuvor ausgesagt hatte, sich nicht erinnern zu können.

Der Angeklagte berichtet, der Lehrer habe als Dolmetscher geholfen, als seine Frau im Krankenhaus lag. Dabei habe es sogar eine Verbrüderungszeremonie im Beisein eines Geistlichen gegeben. Später habe der Pädagoge auch übersetzt, wenn der Pflegedienst in die Wohnung seiner achtköpfigen Familie kam.

Von den Absichten des Lehrers, seine Tochter zu heiraten, habe außer ihm niemand in der Familie gewusst. Auch mit der 20-Jährigen habe er nicht darüber gesprochen. Er habe sich als Oberhaupt der Familie herausgedrängt gesehen, sagte der Angeklagte auf eine entsprechende Frage des Richters.

Anders als noch im März behauptete er, der Lehrer habe ihn zuerst geschubst und dann einen Stein auf ihn geworfen. Er sei ausgewichen und habe dann auf den Mann eingeschlagen. Bei vergeblichen Versuchen aufzustehen, sei der Pädagoge immer wieder in seinem Blut ausgerutscht.

Die Anklage lautet auf Totschlag, der 59-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit mehrfach zugeschlagen haben. Bis zum 21. September hat das Gericht insgesamt sechs Verhandlungstermine angesetzt.

dpa


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