Navigation:
Start der Terminservicestelle zur Vermittlung von Facharztterminen.

Start der Terminservicestelle zur Vermittlung von Facharztterminen.© Michael Reichel/Archiv

Gesundheit

Servicestelle vermittelt landesweit Termine beim Facharzt

Kassenpatienten in Niedersachsen sollen nicht mehr so lange auf einen Termin beim Facharzt warten müssen. Am 25. Januar geht aus diesem Grund die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) an den Start.

Hannover. Die Einrichtung hat die Aufgabe, Patienten mit einer Überweisung vom Hausarzt innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Spezialisten zu vermitteln. Die KVN setzt damit das von der Bundesregierung beschlossene Konzept zur Versorgungsstärkung um - allerdings ohne von dem Konzept überzeugt zu sein. Damit werde das Problem der vollen Arztpraxen nicht gelöst, sagte KVN-Sprecher Detlef Haffke. „Eins muss klar sein“, unterstrich der Ärztefunktionär, „es wird keine Termine bei Wunschärzten, zu Wunschzeiten oder in Wunschregionen geben.“ Termine würden bis zu einer Entfernung von 60 Kilometern vergeben.

Letztlich müsse man abwarten, wie das System funktioniere und wie es angenommen werde. Dazu gibt es bislang keine Praxis, sondern nur Basisdaten: Pro Quartal gibt es laut KVN in Niedersachsen rund 14,5 Millionen Behandlungsfälle. Die Ärzteschaft geht zudem von knapp fünf Millionen dringlichen Überweisungen und knapp zwei Millionen Behandlungen bei Frauen- und Augenärzten aus, die ohne Überweisung direkt vom Patienten abgemacht werden. Die Terminservicestelle werde vermutlich von etwa drei Prozent der Patienten in Anspruch genommen, erwartet die KVN.

Bei den gesetzlichen Krankenkassen wurde die TSS-Einführung begrüßt. „Der Gesetzgeber hat diesen Auftrag an die Kassenärztlichen Vereinigungen auch erteilt, weil es noch immer eine Ungleichbehandlung zwischen gesetzlich und privat Versicherten bei der Terminvergabe gibt“, begründete unter anderem Niedersachsens AOK-Chef Jürgen Peter.

Und so läufts

Sucht also ein Patient mit Rückenschmerzen dringend einen Orthopäden, bekommt er vom Hausarzt eine Überweisung mit einem zwölfstelligen Überweisungscode sowie ein Info-Kärtchen mit den Kontaktdaten zur TSS. Nun wendet sich der Patient telefonisch an die TSS (0511/56999793), voraussichtlich ab April kann er auch unter „www.meinfacharzttermin.de“ im Internet einen Termin buchen. Nach Zustimmung zur Speicherung persönlicher Daten und der Angabe der gewünschten Fachrichtung wird der Patient mit einem TSS-Mitarbeiter verbunden, der von ihm Postleitzahl und Überweisungscode wissen will.

Anspruch auf einen Wunscharzt gibt es dabei nicht. Ist der Patient mit dem Terminangebot einverstanden, muss er seine Adresse angeben, erhält die Kontaktdaten zur Praxis und muss dort anrufen, um eventuell weitere Fragen vor einer Untersuchung zu klären. Ist der Termin vereinbart, kann der Patient eine Mail-Adresse – später auch eine Handy-Nummer – hinterlassen, um rechtzeitig noch einmal an das Datum erinnert zu werden.
Die Praxis, die vierteljährlich 26 freie Termine an die TSS meldet, wird parallel von Überweisungen informiert. Kann der Patient aus irgendwelchen Gründen den vereinbarten Termin nicht einhalten, muss er dies selbst der Fachpraxis mitteilen. Brauchen Patienten einen Gynäkologen oder Augenarzt, vermittelt die TSS Termine ohne einen Überweisungsschein vom Hausarzt.


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Ein Terroralarm nach dem nächsten: Meiden Sie Großveranstaltungen?
Anzeige

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie