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Til Schweiger will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren. Foto: B. Pedersen/Archiv

Til Schweiger will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren. Foto: B. Pedersen/Archiv

Flüchtlinge

Schweigers Flüchtlings-Initiative stößt auf Gegenliebe

Filmstar Til Schweiger (51) stößt mit seiner Idee einer Flüchtlings-Unterkunft mit gehobener Ausstattung bei Niedersachsens rot-grüner Landesregierung auf Zustimmung.

Osterode. "Ich begrüße den Vorstoß und freue mich außerordentlich darüber", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) in Hannover. Schweigers Engagement könne Vorbildcharakter für andere Prominente haben: "Es kommt zur richtigen Zeit und könnte all die bestärken, die sich auch engagieren möchten."

Der Minister telefonierte am Montag mit dem Schauspieler. Er wollte mehr über Schweigers Pläne erfahren und hören, wie dieser mit seinem Partner einen höheren Standard eines Flüchtlingsheims finanzieren will. Pistorius betonte: "Ich bin für alles offen."

Schweiger hatte angekündigt, er wolle mit Freunden, die die Rommel-Kaserne in Osterode am Harz gekauft hätten, dort ein Flüchtlingsheim aufbauen. Er plant Freizeitangebote für Kinder, eine Sportanlage, Werkstätten und eine Näherei.

Erworben wurde die Kaserne 2014 von der Firma Princess of Finkenwerder aus Stade. Der Finanzdienstleister will die Sanierung und Instandsetzung sowie Vermietung der Liegenschaft übernehmen. Noch unklar ist, ob er auch als Betreiber einer Landeseinrichtung dort infrage kommen könnte. Das Land möchte die Kaserne gerne für zehn Jahre pachten und dort eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung schaffen.

Osterodes Bürgermeister Klaus Becker (parteilos) hofft, dass durch Schweigers Engagement die Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen mit gelöst werden können. Wann die ersten Menschen in die frühere Kaserne einziehen könnten, sei derzeit nicht absehbar.

Angesichts der rasant wachsenden Flüchtlingszahlen erhält das Land eine fünfte Erstaufnahmeeinrichtung im früheren Kloster Blankenburg in Oldenburg. Der entsprechende Vertrag mit den Eigentümer soll am Dienstag unterzeichnet werden, kündigte Innenminister Pistorius an. Das bereits früher als Asylbewerberheim genutzte ehemalige Kloster könnte ab November bis zu 600 Menschen beherbergen. Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Niedersachsen wird von 20 000 in 2014 auf voraussichtlich rund 35 000 im laufenden Jahr steigen.

In Niedersachsen gibt es derzeit vier offizielle Erstaufnahmelager. In Friedland, Bramsche und Braunschweig sind jeweils 500 reguläre Plätze vorhanden, wegen der hohen Zulaufzahlen sind die Einrichtungen aber massiv überfüllt. Zur Entlastung hat das Land in Hildesheim bereits eine Außenstelle der Landesaufnahmebehörde mit 174 Plätzen errichtet. Bis Ende 2015 kommen 600 Plätze in Osnabrück dazu. In Osterode könnten ebenfalls 600 Menschen wohnen.

Weitere ähnliche Einrichtungen könnten nach Worten des Ministers in Kasernen im Kreis Lüchow-Dannenberg und Cuxhaven entstehen. Bis zum kommenden Frühjahr sollen knapp 2000 weitere Plätze die Kapazität der Erstaufnahmeeinrichtungen aufstocken. Für die ehemalige Polizeikaserne in Neu Tramm (Lüchow-Dannenberg) könnte bis Jahresfrist ein Nutzungsvertrag zustandekommen - die Verhandlungen verliefen vielversprechend.

Mit Kritik reagierte der niedersächsische Städte- und Gemeindebund auf die Ankündigung des Innenministeriums, dass sich die Kommunen auf die beschleunigte Aufnahme von bis zu 3000 Flüchtlingen einrichten müssen. "Wir halten es für nicht hinnehmbar, dass seitens des Landes die Aufgaben bei der Aufnahme von Flüchtlingen nicht erfüllt werden und nun die Städte und Gemeinden dies ausbügeln müssen", hieß es.

dpa


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