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Schwarzstörche.

Schwarzstörche.© Hans Jürgen Kelm/Niedersächsische Landesforsten/Archiv

Vogelschutz

Schwarzstorch breitet sich in Niedersachsen weiter aus

Ungestörte Wälder mit hohen alten Bäumen für den Horst - klare naturnahe Gewässer für die Fisch-Jagd: Hier siedelt der Schwarzstorch gerne. In Niedersachsen hat sich der Vogel wieder etabliert.

Dassel. Hannover.Vor einem halben Jahrhundert galt er in Niedersachsen als nahezu ausgestorben. Inzwischen hat sich der Schwarzstorch hierzulande gut etabliert. Mittlerweile brüten landesweit rund 70 Paare, sagte der Ornithologe Knut Sandkühler von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Hannover. Im Jahr 2010 war die Zahl der Brutpaare noch auf etwa 40 geschätzt worden.

Verbreitet ist der scheue dunkle Verwandte des Weißstorchs vor allem in den südlichen und östlichen Landesteilen. "Dort findet er die von ihm bevorzugten großen Waldgebiete", sagte Sandkühler. Schwarzstörche brauchen ungestörte Laub- und Mischwälder mit alten Bäumen, auf denen sie ihre Horste errichten können. Viele geeignete Reviere seien inzwischen besetzt, sagte der Ornithologe. Dass der Bestand der streng geschützten Vögel wächst, hänge auch mit den Schutzmaßnahmen und der Arbeit der Schwarzstorch-Betreuer zusammen, sagte Sandkühler. So engagieren sich die Landesforsten für den seltenen Großvogel mit dem auffallend leuchtenden roten Schnabel, indem sie ihm künstliche Nisthilfen bauen.

Wo sich natürliche Horste zu dicht an Wanderwegen befinden, so dass die Störche beim Brüten gestört würden, werden Kunst-Horste gebaut, sagte Johannes Thiery vom Forstamt Reinhausen bei Göttingen. In diesem Jahr haben die Landesforsten zum Beispiel in den Wäldern bei Dassel im Solling vier künstliche Horste auf knorrigen alten Buchen und Eichen errichtet. "Solche Kunsthorste werden zumeist gut angenommen", sagte Thiery, der für die Betreuung von Schwarzstörchen im Raum Göttingen und im Harz zuständig ist. In der Region gebe es derzeit acht bekannte Brutpaare. Wie viele Junge sie derzeit aufziehen, ist unklar. Das könne man erst in etwa drei Wochen sehen, wenn die Tiere flügge sind, sagte Thiery. Im Schnitt ziehen Schwarzstörche zwei bis drei Junge groß, im Ausnahmefall auch vier. Christoph Rothfuchs, Schwarzstorch-Experte der Landesforsten in der Lüneburger Heide, glaubt an "ein wirklich gutes Jahr 2015" für die Waldvögel. Nach zwei schlechten Brutzeiten 2013 und 2014, in denen viele Küken wegen der starken Niederschläge im Frühjahr eingegangen waren, seien die Witterungsbedingungen in diesem Jahr deutlich besser. Ornithologe Sandkühler geht davon aus, dass die Schwarzstorch-Population in Niedersachsen in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Den Vögeln komme zugute, dass mittlerweile viele Bachläufe renaturiert wurden. Schwarzstörche benötigen für die Jagd auf Fische klare naturnahe Gewässer.

dpa


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