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Kandidaten: Stefan Schostok (von links), Monika Griefahn und Olaf Lies.© Behrens

Duin-Nachfolge

Schostok im SPD-Kandidaten-Casting vorn

Der Ansturm war riesig, immer mehr Menschen drängelten sich in die Aula des Erich-Kästner-Schulzentrums in Laatzen und zauberten den Organisatoren des SPD-Kandidaten-Castings ein breites Lächeln auf das Gesicht.

650 Menschen, davon 580 Parteimitglieder, drängelten sich am Ende in dem Raum, viele mussten stehen, weil sie sehen wollten, wie sich der Hannoveraner Stefan Schostok, die ehemalige Umweltministerin Monika Griefahn und der Friese Olaf Lies als Kandidaten für den SPD-Landesvorsitz präsentierten.

Ursprünglich hatte es vier Kandidaten gegeben, doch Stefan Preuße aus Gifhorn hatte gestern Nachmittag überraschend erklärt, aus dem Casting auszusteigen: „Ich kann meine Kandidatur wegen beruflicher Verpflichtungen nicht mehr mit dem nötigen Einsatz betreiben“, schrieb der 33-Jährige an den SPD-Landesverband. Er wolle sich stattdessen stärker im Unterbezirk Gifhorn einbringen.

Der Spannung schadete das nicht – Preuße galt ohnehin als krasser Außenseiter im Kandidatenrennen.

Blieben noch drei Bewerber, denen die Unsicherheit zu Beginn deutlich anzumerken war. Alle schielten anfangs immer wieder auf ihre Notizzettel, tauten aber im Lauf der Veranstaltung merklich auf.

Den Auftakt machte Monika Griefahn, die ihre Erfahrung als Politikerin in Kommunen, Land und Bund in die Waagschale warf: „Ich persönlich habe genug Energie, mich für eine starke Energie in Niedersachsen einzusetzen.“ Viel Applaus bekam die 55-Jährige für Kritik an Ministern der Landesregierung wie Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP): „Wo gibt es das, dass man die Umwelt vor ihrem eigenen Minister schützen muss“

Olaf Lies, der als einziger Kandidat nicht aus dem SPD-Bezirk Hannover kommt, betonte die soziale Seite der Partei. „Wir müssen wieder zu dem werden, was wir sind: Wir müssen wieder zur Partei der Kümmerer werden“, sagte der 42-Jährige und erntete großen Applaus. Mit den Themen Arbeit, Bildung und Soziales könne die SPD wieder attraktiv werden und „endlich wieder Niedersachsenpartei sein, wie wir es in den 90er Jahren waren“, rief Lies in den Saal.

Stefan Schostok hatte ein Heimspiel in der Laatzener Aula, allein die beiläufig erwähnte Mitgliedschaft bei Hannover 96 brachte Szenenapplaus. Er plädierte für mehr Geschlossenheit in der SPD. „Wir brauchen keine Partei, die schlecht über sich redet“, so der 45-Jährige. Wenn man das schaffe, könne man wieder mehr Spaß an der Politik vermitteln und dann habe die SPD alle Chancen, die Kommunalwahlen 2011 und die Landtagswahlen 2013 zu gewinnen. Ein wichtiger Prozess sei dabei, die SPD zu öffnen: „Wir müssen der Partei wieder Demokratie zurückgeben.“

Am Ende wurde abgestimmt, klarer Sieger war mit 453 Stimmen Schostok, der damit seinen Heimvorteil untermauerte. Lies bekam 97 Stimmen, Monika Griefahn landete mit 66 Stimmen auf Platz drei.

Bei neun weiteren Veranstaltungen wollen sich die drei Kandidaten für das Amt des SPD-Landesvorsitzenden empfehlen, das beim Parteitag am 29. Mai neu besetzt wird.

Erstmals darf dabei die Basis mitreden. Nach jeder Veranstaltung wird abgestimmt; wer am Ende in der Summe vorne liegt, wird dem Parteitag als neuer Vorsitzender empfohlen.

(Heiko Randermann)


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