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Konjunktur

Russland-Geschäfte von Niedersachsens Exporteuren erlahmt

Die vor einem Jahr gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen belasten Niedersachsens Exportwirtschaft. "Die dort tätigen Unternehmen verzeichnen starke Einbrüche", sagte der Sprecher der niedersächsischen Metallarbeitgeber, Christian Budde, am Freitag.

Hannover. "Es zeichnet sich bereits ab, dass sich der Trend aus dem Vorjahr noch verstärkt."

In den ersten fünf Monaten des Jahres betrug das Minus nach Angaben der Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertags (NIHK) 35,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es gebe mehr als ein Drittel weniger Exporte, klagte die NIHK-Chefin Susanne Schmitt. Der Schaden im Russlandgeschäft sei für die Unternehmen deutlich.

Im Jahr 2014 sind in Niedersachsens metallverarbeitender Branche die Exporte nach Russland gegenüber 2013 um etwa 22 Prozent zurückgegangen. "Dabei spielt auch eine wichtige Rolle, dass russische Kunden allein schon in Erwartung der Lieferboykotte bei deutschen oder europäischen Lieferanten nicht mehr bestellen wollen", hieß es vom Branchenverband Niedersachsen-Metall. Dazu kommen die gesunkenen Ölpreise und die aktuelle Schwäche der russischen Wirtschaft, die zu Nachfrageausfällen führen.

Dabei gilt Russland für die Branche grundsätzlich als sehr interessanter Markt, da dort viele Industrieanlagen veraltet sind und deshalb ersetzt werden müssen. "Das Klima für solche Investitionen ist aber derzeit vergiftet", erklärte der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall, Volker Schmidt. "Wir nehmen allerorts eine große Verunsicherung war und solche Unsicherheit ist der größte Feind von langfristigen Planungen und Investitionen."

Im Vorjahr kamen nach den Angaben etwa 63 Prozent aller deutschen Exporte nach Russland aus der Metallbranche. Zur Zeit gingen gerade mal drei Prozent der Exporte dieser Industrie nach Russland - ein Anteil von 1,8 Prozent am Gesamtumsatz der Branche. Die Importe von Metallgütern aus Russland lagen 2014 wertmäßig bei etwa 3,3 Milliarden Euro, was etwa einem Prozent der Importe entsprach.

Die russische Wirtschaft habe schon vor der Ukraine-Krise geschwächelt, sagte NIHK-Hauptgeschäftsführerin Susanne Schmitt. Nötige Strukturreformen seien jahrelang verschleppt worden. Zudem leide die von Öl- und Gasexporten abhängige russische Wirtschaft - und mit ihr auch die Währung - sehr unter dem niedrigen Ölpreis.

Angesichts des strategischen Interesses am russischen Markt fahren vor Ort tätige Unternehmen zwar das operative Geschäft herunter, ziehen sich aber nicht aus Russland zurück. Mit Blick auf eine erneute Überprüfung der Sanktionen durch die EU im Januar 2016 hofft die Wirtschaft auf Erleichterungen im Russland-Geschäft.

dpa


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