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Hannover

Runder Tisch gegen Lkw-Unfälle auf A2

Immer wieder blockieren schwere Lkw-Unfälle die Autobahn 2. Die Zahl der Unfälle und die mit Beteiligung von Lastzügen auf der stark befahrenen Autobahn steigt. Minister Lies will jetzt Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit finden.

Hannover. Nach einer erneuten Serie schwerer Lastwagenunfälle auf der Autobahn 2 will Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) heute (13.00 Uhr) mit Experten nach Maßnahmen für mehr Sicherheit suchen. Zu einem Runden Tisch hat Lies Vertreter von Polizei, Verkehrswacht, Verkehrsgewerbe und ADAC ins Ministerium geladen. Ziel sei es, die Unfälle an Stauenden zu verhindern, sagte ein Ministeriumssprecher.

Im vergangenen Jahr stieg sowohl die Zahl der Unfälle auf der A2 als auch die Zahl der Karambolagen mit Lkw-Beteiligung spürbar an. In inzwischen jeden zweiten Unfall auf der A2 sind Sattelzüge verwickelt. Vor einem Monat bereits hatte der Minister Tempo 60 für Lkw auf einem zehn Kilometer langen Abschnitt der A2 von Lehrte bis zum Beginn einer Großbaustelle in Hannover eingeführt. Außerdem kündigte er an, dass der Sicherheitsabstand der Laster, aber auch ihre Geschwindigkeit deutlich schärfer als bisher kontrolliert werden sollten.

Wie die Polizei in Hannover mitteilte, scheiterte eine solche mit viel Aufwand vorbereitete Kontrolle vor einer Woche an der schieren Masse des Verkehrs. Dieser staute sich bereits zwischen Hämelerwald und Lehrte derart, dass die Fahrzeugkolonnen sich nur im Stop-and-go-Verkehr und in Schrittgeschwindigkeit bewegte. Vor eineinhalb Wochen hatte eine Karambolage eines Sattelzuges mit einem Tanklaster bei Hannover ein Verkehrschaos auf der A2 ausgelöst. Am Mittwoch vergangener Woche krachten bei Hannover vier Lkw an einem Stauende ineinander, am Donnerstag kollidierten bei Braunschweig ebenfalls vier Lastwagen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Unfälle auf dem niedersächsischen Teil der A2 nach Polizeiangaben von 3040 auf 3447.

Warum kommt es eigentlich zu diesen Unfällen? Seit Jahren versucht die Polizei der Lastwagenunfälle auf der Autobahn 2 quer durch Niedersachsen Herr zu werden und kann die Auslöser klar benennen.

ABSTAND: Fehlender Abstand ist der entscheidende Grund für die vielen Unfälle, bei denen in Kolonne fahrende Lastwagen durch einen unachtsamen Hintermann an einem Stauende aufeinander geschoben werden.

 ABLENKUNG UND UNAUFMERKSAMKEIT: Auf ihren langen Fahrten haben die Lkw-Fahrer den Blick nicht immer uneingeschränkt auf die Straße gerichtet. Das Bedienen von Smartphones oder Laptops fällt der Polizei ebenso auf wie der Umstand, das Fahrer bei Tempo 80 Filme gucken oder sich Essen zubereiten.

ZU LANGE AM STEUER: Immer wieder melden sich übermüdete Fahrer selber bei der Polizei, die von ihrem Chef zu überlangen Touren ohne Pause genötigt werden.

FEHLENDE RÜCKSICHT VON PKW-FAHRERN: Lkw-Fahrer klagen immer wieder über Autofahrer, die in die Sicherheitsabstände zwischen die Sattelzüge einscheren, sich an Auffahrten zwischen die Lkw drängeln oder rücksichtlos überholen und die Manövrierfähigkeit der schweren Brummis falsch einschätzen.

Und was wird gegen die Karambolagen unternommen?

PLAKATAKTIONEN: Mit Bannern und Plakaten auch in anderen Sprachen wurden Lkw-Fahrer zu einem sicheren Fahrstil ermuntert.

 KONTROLLE, KONTROLLE, KONTROLLE: An verschiedenen Stellen wurden feste Radarfallen installiert, außerdem gibt es mobile Kontrollen. Um Abstandssünder auszubremsen, hat die Polizei Zivilwagen mit 140 000 Euro teurer Technik auf der Ladefläche, um die Verstöße genau zu dokumentieren.

 VARIABLE TEMPOLIMITS: Auf dem gesamten niedersächsischen A2-Abschnitt wurden Schilderbrücken mit variablen Tempolimits installiert, die je nach Verkehrsfluss oder Wetterlage eine andere Höchstgeschwindigkeit vorgeben.

MITBENUTZUNG VON STANDSTREIFEN: Bald sollen auf der A2 bei Hannover bei viel Verkehr die Standstreifen mitbenutzt werden können.


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