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US-Chef Michael Horn will von dem Betrug nichts gewusst haben.

US-Chef Michael Horn will von dem Betrug nichts gewusst haben. © Jim Lo Scalzo/Archiv

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Razzia bei VW: US-Chef will von Betrug nichts gewusst haben

Volkswagens Abgas-Affäre zieht Kreise bis in den US-Kongress. Bei einer Anhörung musste US-Chef Michael Horn aussagen. Wer bei VW wann was zum Betrug wusste, dürfte auch die Justiz interessieren. In Deutschland wurden Geschäfts- und Wohngebäude durchsucht.

Wolfsburg/Washington. Die Suche nach den Schuldigen im Abgas-Skandal von Volkswagen nimmt Fahrt auf: In Deutschland erhöhte die Staatsanwaltschaft Braunschweig den Druck - bei einer groß angelegten Razzia stellten Ermittler am Donnerstag in Wolfsburg und anderen Orten Akten und Computer sicher. In Amerika wurde derweil VW-US-Chef Michael Horn vor den Kongress geladen und musste Abgeordneten dort Rede und Antwort stehen.

Es seien sowohl Geschäftsgebäude des Konzerns als auch Wohnungen von VW-Mitarbeitern durchsucht worden, sagte eine Sprecherin der Behörde. Neben drei Staatsanwälten waren rund 50 Einsatzkräfte des Landeskriminalamts beteiligt. "Wir werden die Staatsanwaltschaft bei der Ermittlung des Sachverhaltes und der verantwortlichen Personen nach besten Kräften unterstützen", sagte ein Sprecher des VW-Konzerns der Deutschen Presse-Agentur.

In den USA sagte Volkswagens US-Chef Horn im Kongress unter Eid aus. Von den Abgeordneten wurde der Manager teilweise scharf angegangen. "Volkswagen hat eine ganze Nation betrogen", sagte der republikanische Abgeordnete Fred Upton bei der Anhörung in Washington. "Wie können Sie nachts schlafen?", fragte der Demokrat Peter Welch. Die US-Politiker wollten genau wissen, ab wann Horn von der Manipulation der Abgas-Messwerte wusste.

Im Kreuzverhör betonte Horn: "Ich hatte keine Kenntnis davon, dass es einen "Defeat Device" in unseren Autos gab." Erst kurz vor einem Treffen mit der US-Umweltbehörde EPA am 3. September sei er über die Installation der "Defeat Device" genannten Software zum Austricksen der Abgas-Tests informiert worden. Horn sagte, der Einbau der Betrugs-Software sei keine Unternehmensentscheidung gewesen: "Es hat kein Vorstandstreffen gegeben, auf dem das beschlossen wurde." Die Kongressabgeordneten blieben skeptisch. Er könne die Darstellung, es handele sich um "das Werk einiger verbrecherischer Ingenieure" nicht akzeptieren, sagte der Republikaner Chris Collins.

Die Ermittler in Deutschland dürfte indes vor allem interessieren, wer in der VW-Zentrale in Wolfsburg wann über den Fall informiert wurde. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Konzernkreisen erfuhr, habe Horn den inzwischen beurlaubten VW-Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer 2014 über mögliche Verstöße unterrichtet. Die Anwältin Neußers wollte dazu auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben. Neußer war neben anderen Managern im Zuge des VW-Abgasskandals beurlaubt worden.

dpa


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