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Ranzen, Bücher und Stifte: Der Handel profitiert vom Schulstart

Zum Schulbeginn werden nicht nur Radiergummis, Zirkel und Stifte gekauft. Auch Ranzen und Bücher müssen her. Bei der Erstausstattung können so 320 Euro zusammenkommen, heißt es bei der Diakonie. Der Handel profitiert.

Hannover. Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres freut sich der Handel über Einnahmen durch den Schulbedarf. "Für genaue Zahlen ist es noch zu früh", sagt Hans-Joachim Rambow, Geschäftsführer des Handelsverbandes Niedersachsen-Bremen. "Die Händler berichten aber: Es läuft gut." Gerade für Ranzen werde Geld ausgeben. "Da wird doch schon investiert und nicht vererbt", so Rambow. "Das hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr herauskristallisiert." Außer Modemotiven wie etwa Pokémon spielten Gesundheit und Qualität bei der Auswahl eine wichtige Rolle.

Schulbedarfsartikel wie Stifte, Zirkel, Anspitzer und Radiergummis würden laut Rambow zunehmend von Supermärkten offeriert. "Mit entsprechenden Angeboten werben die Discounter erfolgreich um Kunden auch für das übrige Angebot", erklärt er. "Das Internet spielt vor allem bei der Erstausstattung noch keine so große Rolle."

Der Schulbeginn sei ein wichtiges Geschäft, bestätigt auch Jan König von der Bremer Geschäftsstelle des Einzelhandelsverbandes Nordwest. "Es hat sich ein wenig Richtung Discounter verlagert, das macht es für die Fachgeschäfte nicht einfacher", sagt König.

Auch Bücher für die verschiedensten Fächer werden dieser Tage wieder tütenweise gekauft. "Schulbücher sind ein wichtiges Thema beim Buchhandel", heißt es beim Landesverband des Börsenvereins in Hannover. "Das ist nicht mit dem Weihnachtsgeschäft zu vergleichen, aber durchaus ein Faktor, auch weil der Buchhandel die Schulen beliefert", sagt Geschäftsführerin Carola Markwa. "In Niedersachsen entscheiden sich Eltern häufig für den Kauf der Schulbücher, statt sie zu leihen", erklärt sie.

Die staatliche Unterstützung für bedürftige Familien von 100 Euro im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets reiche nicht aus, erklärt die Diakonie in Hannover. Zu diesem Ergebnis sei eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche Deutschland von 2015 gekommen. Kinder in Niedersachsen benötigten für den Schulbedarf im Schnitt 153 Euro in jedem Schuljahr. Um diesen Missstand zu beheben, starte die Diakonie in Niedersachsen einen Petitionsaufruf beim Deutschen Bundestag. "Die Ausstattung für das erste Schuljahr kostet sogar bis zu 320 Euro", sagt Diakonie-Sprecher Sven Quittkat.

Niedersachsenweit werden rund 836 000 Schüler in das neue Schuljahr starten. Darunter sind 69 100 Schulanfänger. Diese Zahlen des Kultusministeriums basieren auf einer Erhebung vom September 2015. Die tatsächlichen Zahlen sollen erst nach dem Schulstart ermittelt werden. Nach den Erwartungen der Ministeriums wird die Gesamtzahl um etwa 10 000 bis 15 000 Schüler höher liegen als erwartet.

dpa


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