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Landgericht Bremen.

Landgericht Bremen. © Carmen Jaspersen/Archiv

Prozesse

Prozessauftakt: Mann soll aus Habgier getötet haben

Die Anklage hat es in sich: Mord, Mordversuch, schwerer Raub und Körperverletzung - und das alles binnen weniger Tage. Die Verbrechen sollen auf das Konto eines jungen Mannes gehen, der nun in Bremen vor Gericht steht.

Bremen. Das Landgericht Bremen hat einen Prozess gegen einen 23 Jahre alten Mann wegen mehrerer Gewaltverbrechen eröffnet. Dem Mann werden insgesamt vier Taten vorgeworfen. Die schwerste Anklage lautet auf Mord: Bei einem Einbruch in Bremerhaven soll der 23-Jährige einen anderen vermutlich mit einer Axt auf den Kopf geschlagen haben. Das Opfer starb später an den schweren Verletzungen.

Der junge Mann, der in Bremerhaven zeitweise als Leiharbeiter im Hafen beschäftigt war, habe aus Habgier getötet und seine Opfer körperlich schwer misshandelt, sagte der Staatsanwalt am Dienstag bei der Anklageverlesung im Bremer Landgericht. Dem 23-Jährigen sei bewusst gewesen, dass er seine Opfer lebensgefährlich verletzt habe. Das sei ihm aber gleichgültig gewesen.

Drei Taten geschahen in Bremerhaven. Dort wurde der junge Mann bei einem Einbruch am 20. Februar von einem Mann überrascht, dem er unvermittelt wohl mit einer Axt auf den Kopf geschlagen haben soll. Der 23-Jährige durchsuchte den Schwerverletzten und stahl ihm einen Betrag von 10 bis 20 Euro. Das Opfer wurde im Krankenhaus ins künstliche Koma versetzt, starb aber am 22. April an seinen Verletzungen.

Am 21. Februar stieg der Angeklagte in Bremerhaven in eine Hochparterre-Wohnung ein, wo er den 77-jährigen Bewohner mit einer Stehlampe auf den Kopf schlug, ihn dann mit einem Messer verletzte und anschließend gefesselt sich selbst überließ.

Am Tag darauf stach der 23-Jährige nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft auf einen Mann ein, mit dem er Drogen konsumiert hatte. Er verletzte ihn lebensgefährlich. In Brake soll der Mann zuvor bereits am 12. Februar einen anderen bei einem Einbruch mit vollen Sektflaschen auf den Kopf geschlagen haben. Auch dieses Opfer wurde lebensgefährlich verletzt.

Am ersten Verhandlungstag erschien der Angeklagte, der in Bremen in Untersuchungshaft sitzt, in kurzer Hose, Plastikschlappen und Sonnenbrille auf dem Kopf. Um unerkannt zu bleiben, schützte er sein Gesicht vor den Fotografen mit einem aufgeklappten Aktenordner. Sein Verteidiger Dominik Bleckmann kündigte für den nächsten Prozesstag am 19. August an, dass sich sein Mandant zu den Vorwürfen äußern wolle. Zu diesem Termin ist auch ein Gutachter geladen.

dpa


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