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Boris Pistorius (SPD). Foto: Holger Hollemann/Archiv

Boris Pistorius (SPD). Foto: Holger Hollemann/Archiv

Extremismus

Pistorius: Linksextreme "keine akute Gefahr für Staat"

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius warnt nach den G20-Krawallen davor, Links- mit Rechtsextremismus auf eine Stufe zu stellen und damit Fremdenfeindlichkeit zu verharmlosen.

Berlin. Es würden "mehr als doppelt so viele Straftaten im rechtsextremen Bereich im Vergleich zu links" registriert, sagte der SPD-Politiker dem Berliner "Tagesspiegel" (Samstag). Und es gebe "ein Vielfaches mehr an Körperverletzungen und auch mehr Tötungsdelikte im rechtsextremen Bereich."

Pistorius berät den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz im Wahlkampf zum Thema innere Sicherheit. Der Linksextremismus sei in den vergangenen Jahren sicherlich nicht unterschätzt worden, sagte der Minister. Dort gebe es ein Problem, "das ist komplex, und dem stellen wir uns. Aber der Linksextremismus stellt keine akute Gefahr für Staat und Gesellschaft dar." Dennoch bauschten CDU und CSU die Bedrohung durch den Linksextremismus seit den Hamburger Krawallen auf, meint Pistorius. "Unionspolitiker setzen jetzt linksextreme Gewalttäter schon mit der NSU oder islamistischen Terroristen gleich. Das ist Unfug."

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland laut Verfassungsschutz 1201 linksextremistisch und 1600 rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten erfasst. Die Zahl gewaltorientierter Linksextremisten lag demnach bei 8500. In der rechtsextremistischen Szene schätzen die Behörden 12 100 Menschen als gewaltorientiert ein.

Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage für den "Focus" halten 43 Prozent der Deutschen Rechtsextremismus für gefährlicher als Linksextremismus, 23 Prozent behaupten das Gegenteil. Die Befragung war nach den linksextremen G20-Krawallen durchgeführt worden.

dpa


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