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Mouslli zeigt auf dem Filmfest in Cannes einen Dokumentarfilm.

Mouslli zeigt auf dem Filmfest in Cannes einen Dokumentarfilm. © Friso Gentsch/Archiv

Film

Osnabrücker Flüchtling zeigt Film bei Festival in Cannes

Zwei syrische Flüchtlinge sorgen in der Kulturwelt für Aufmerksamkeit: Maan Mousllis Dokumentarfilm wird in Cannes und Los Angeles gezeigt. Anis Hamdouns autobiografisches Stück über seine Flucht wurde ausgezeichnet. Beide leben in Osnabrück.

Osnabrück. Der in Osnabrück lebende syrische Filmemacher Maan Mouslli zeigt auf dem Filmfest in Cannes einen Dokumentarfilm über ein Flüchtlingslager in Jordanien. Der Kurzfilm "Shakespeare in Zaatari" wird im Mai außerhalb des Wettbewerbs in der Abteilung "Short Film Corner" bei den internationalen Filmfestspielen in der südfranzösischen Stadt zu sehen sein, sagte Mouslli am Donnerstag in Osnabrück. "Aus Syrien wurden nur drei Filme ausgewählt - und meiner ist dabei." Angenommen wurde sein 34 Minuten langer Film auch beim Los Angeles Filmfestival, wo das Werk im Juni zu sehen sein wird.

Der Film zeigt, wie der syrische Schauspieler und Regisseur Nawar Bulbul in dem jordanischen Flüchtlingslager Zaatari mit Kindern das Stück "King Lear" von William Shakespeare inszeniert. Er selber sei nicht in dem Lager gewesen, sagt der 2013 aus Syrien geflohene und in Osnabrück lebende Mouslli. Er habe Filmmaterial von drei Kameramännern von den Arbeiten verwendet und den Film daraus geschnitten. Die Musik wurde vom syrischen Klarinettisten Kinan Azmeh geschrieben.

Ob er auch zu den Filmfestivals reisen werde, sei eher fraglich, sagte Mouslli. Die Kosten für eine Reise nach Cannes würden vom Festival nicht übernommen. "Für Los Angeles bräuchte ich auch ein Visum", sagt der 29-Jährige. Dass er als Syrer ein solches trotz einer Einladung vom Festival bekomme, glaube er nicht.

Gemeinsam mit dem aus Syrien stammenden Theaterregisseur Anis Hamdoun arbeitet Mouslli derzeit an dem Filmprojekt "Newcomers", in dem die beiden nach Deutschland geflüchtete Menschen porträtieren wollen. Für dieses Projekt werde aber noch nach Geldgebern gesucht, sagte Produzentin Sara Höweler vom Osnabrücker Exil-Verein.

Fertiggestellt ist allerdings ein Trailer für das Projekt, der nicht nur in einem Arthouse-Kino gezeigt werden soll. "Er soll vor allem im Internet Furore machen und über soziale Netzwerke für Aufmerksamkeit sorgen", sagte Höweler. Mouslli und Hamdoun haben bereits gemeinsam kleine Youtube-Clips unter dem Titel "Achso From Osnabrueck" gedreht, in denen sie Flüchtlingen Besonderheiten des deutschen Alltagsleben erklären.

Auch Hamdoun macht unterdessen von sich Reden. Sein autobiografisches Stück über die Flucht aus Syrien "The Trip", das im vergangenen Sommer beim Osnabrücker Theaterfestival "Spieltriebe" uraufgeführt wurde, kam bei einer Abstimmung des Theaterportals "nachtkritik.de" auf Nummer eins von 47 herausragenden Inszenierungen des vergangenen Jahres. Im April wird es an der Berliner Schaubühne gezeigt und anschließend im Schauspielhaus Frankfurt. In Form einer szenischen Lesung soll es auch in den Münchner Kammerspielen zu sehen sein.

dpa


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