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Migration

Notruf für drangsalierte Flüchtlinge eingerichtet

Göttingen (dpa/lni) – Christen oder Jesiden werden nach Darstellung der Gesellschaft für bedrohe Völker (GfbV) in deutschen Flüchtlingseinrichtungen vielfach drangsaliert.

Deshalb sei ein Notruf für Mitglieder religiöser oder ethnischer Minderheiten eingerichtet worden, teilte die Menschenrechtsorganisation am Montag in Göttingen mit. Wer wegen seines Glaubens oder seiner Volkszugehörigkeit in Gemeinschaftsunterkünften von anderen Flüchtlingen "bedrängt, diskriminiert oder schikaniert" werde, könne sich per E-Mail an

help@gfbv.de wenden, sagte der GfbV-Nahost-Referent Kamal Sido. Jeder Hinweis werde diskret behandelt und geprüft. In gravierenden Fällen werde konkrete Hilfe vermittelt.

"Wir hören immer wieder vor allem von Jesiden und Christen, dass sie in Aufnahme-Einrichtungen von anderen Flüchtlingen schikaniert werden", sagte Sido. Täter seien dabei vorwiegend Muslime, sagte Sido, der selbst sunnitischer Muslim ist. Für die Opfer, die "vor islamistischen Tätern aus Syrien oder dem Irak geflüchtet sind", sei es besonders problematisch, "wenn sie in Flüchtlingslagern in Deutschland wieder auf Menschen mit demselben Gedankengut treffen", sagte Sido.

"Ablehnung und Feindschaften gegen ethnische und religiöse Minderheiten wie in den Herkunftsländern der Flüchtlinge dürfen hier nicht fortgesetzt werden", forderte der Nahost-Experte. Die GfbV wolle die Berichte Betroffener systematisch sammeln, prüfen und auswerten.

dpa


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