Navigation:
Banken

NordLB will Gestüt Harzburg verkaufen

Das älteste deutsche Gestüt befindet sich am Rande eines beschaulichen Kurortes im Harz. Dort werden teure Rennpferde gezüchtet. Besitzer des Gestüts ist die Norddeutsche Landesbank. Die will das Geschäft mit der Pferdezucht nun aufgeben.

Bad Harzburg. Die NordLB will das Vollblutgestüt Harzburg verkaufen. Es liefen Gespräche mit Interessenten, sagte ein Sprecher der Bank am Donnerstag. Der traditionelle Harzburger Rennverein fürchtet nun um den Bestand des mehr als 600 Jahre alten Vollblutgestüts, sagte Vereins-Chef Stephan Ahrens am Donnerstag.

Vom Verkauf betroffen wäre auch der wertvolle Deckhengst "Adlerflug", der dem Gestüt mehrheitlich gehört. Der Rennverein geht davon aus, dass der Fortbestand des Gestüts ohne den früheren Derbysieger "Adlerflug" gefährdet ist. Zu dem Gestüt gehören 63 Hektar Weiden, Ställe, ein Gutshaus sowie Pferde. Die "Goslarsche Zeitung" hatte zuvor über den Verkauf berichtet.

Die NordLB als Eigentümer wolle Gestüt und Hengst verkaufen, bestätigte Sprecher Jan-Peter Hinrichs. Die Bank werde sich definitiv aus dem Zuchtbetrieb zurückziehen, den sie auf dem landeseigenen Gelände in Bad Harzburg betreibt. "Es laufen auch Verhandlungen über den Verkauf von "Adlerflug"", sagte Hinrichs. Zu den Einzelheiten der Besitzverhältnisse und möglichen Verkaufsummen wollte er sich nicht äußern. Nach unbestätigten Angaben soll "Adlerflug" einen Millionenbetrag Wert sein.

"Für Bad Harzburg wäre es wichtig, dass der Hengst bleibt", sagte Rennvereins-Chef Ahrens. Es gebe im Gestüt zwar noch zwei andere Deckhengste. "Adlerflug" als ehemaliger Derbysieger sei aber das Aushängeschild und inzwischen einer der erfolgreichsten Deckhengste Deutschlands.

Sollte das Tier nach außerhalb verkauft werden, wäre das Gestüt wohl kaum noch ausgelastet, sagte Ahrens. Der Zuchthengst decke jährlich für jeweils 5500 Euro bis zu 80 Stuten, die dann zumeist als Pensionspferde in Bad Harzburg bleiben und dort auch ihre Fohlen zur Welt bringen.

Ohne "Adlerflug" sähe es aber nicht nur für das im Jahr 1413 gegründete Gestüt schlecht aus, meint Ahrens. Auch die Bad Harzburger Rennwoche werde es dann wohl bald nicht mehr geben. "Denn wir brauchen die 200 Pferdeboxen des Gestüts, um während der Rennwoche alle Tiere unterbringen zu können", sagte Ahrens. Würde ein möglicher Gestüts-Käufer auch "Adlerflug" erwerben und ihn in Bad Harzburg lassen, wäre dagegen alles gut. Der Rennverein habe deshalb ein Konzept erarbeitet, das er am Freitag während eines Gesprächs in Hannover vorstellen will, sagte der Vorsitzende.

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Die Bahn verspricht, pünktlicher zu werden - schafft sie das?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie