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Eine Klinik-Mitarbeiterin nimmt Muttermilchflaschen aus einem Kühlschrank.

Eine Klinik-Mitarbeiterin nimmt Muttermilchflaschen aus einem Kühlschrank. © Marcel Kusch/Archiv

Gesundheit

Niedersachsen soll Muttermilchbank erhalten

Das Land will die Versorgung von Frühchen und kranken Neugeborenen zwischen Küste und Harz verbessern. Dabei dient eine Einrichtung als Vorbild, die in Ostdeutschland eine lange Tradition hat.

Hannover. Niedersachsen soll als drittes westdeutsches Bundesland eine Muttermilchbank erhalten. Nach der ersten Lesung im Landtag zeichnete sich am Mittwoch ein parteiübergreifendes Bündnis für einen entsprechenden Antrag von SPD und Grünen ab.

Die Einrichtung soll vor allem Frühchen zugute kommen. "Werden Kinder zu früh entbunden, ist es oft für die Mutter nicht möglich zu stillen", sagte die SPD-Abgeordnete und Initiatorin des Antrags, Immacolata Glosemeyer. Auf das Thema war sie durch Zufall gestoßen: "Ich sah im Internet privaten Onlinehandel mit Muttermilch und fand das absurd."

Muttermilch ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die beste Nahrungsform für Säuglinge. Die Sammelstelle, der Frauen überschüssige Milch spenden können, soll zunächst als Modellprojekt einer Kinderklinik angeschlossen werden. Private Initiativen sollen mit einbezogen werden.

In dem Antrag wird die Landesregierung ebenfalls aufgefordert, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass der private Handel mit Muttermilch soweit rechtlich möglich unterbunden wird. Im Internet hat sich ein florierender Handel mit der kostbaren Milch entwickelt. Wer Muttermilch privat kauft, kann aber nicht überprüfen, ob die Spenderinnen an übertragbaren Krankheiten leiden oder Drogen, Alkohol, Tabletten oder Nikotin konsumieren. Außerdem könnten bei der privaten Produktion, Verarbeitung, Lagerung und Lieferung die notwendigen hygienischen Standards nicht eingehalten werden, heißt es in dem Antrag.

In Ostdeutschland gibt es schon lange Muttermilchbänke - aktuell sind es 13 -, auch weil Frauen in der DDR nach der Geburt ihrer Kinder schneller wieder arbeiteten. Die erste westdeutsche Einrichtung dieser Art wurde 2012 in München eröffnet, 2015 folgte eine Muttermilchbank in Dortmund.

Der niedersächsische Hebammenverband begrüßt die Initiative in Niedersachsen. Die aktuelle Versorgung mit Muttermilch für Frühgeborene sei nicht ausreichend, sagte die Landesvorsitzende Veronika Bujny. Ein weiterer deutscher Standort ermögliche es außerdem mehr Frauen, Milch zu spenden.

Zwei Jahre nach der Einrichtung der niedersächsischen Muttermilchbank soll es nach den Plänen eine Evaluierung geben, um den Bedarf zu bewerten. Frühgeborene benötigen nur wenige Milliliter Muttermilch pro Tag. Sie schützt das Kind unter anderem vor Infektionen und Allergien und wirkt Studien zufolge sogar langfristig präventiv.

dpa


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