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Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) lächelt.

Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) lächelt. © Peter Steffen/Archiv

Atom

Niedersachsen schlägt bundesweites Atommüllregister vor

In Gorleben sind Rostflecken an einem Atommüllfass entdeckt worden. Darin ist aber kein hoch radioaktiver Abfall gelagert, sondern nur mit schwach radioaktiver. Das Umweltministerium will nun genauer hinschauen.

Gorleben. Nach der Entdeckung eines Rostflecks an einem Fass mit schwach radioaktivem Atommüll in Gorleben fordert Niedersachsen eine bessere Behälterkontrolle. Im Verbund mit Schleswig-Holstein schlägt Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) zudem die Schaffung eines Atommüllregisters vor. Die Betreiber sollten nach dem Verursacherprinzip die Kosten dafür übernehmen, sagte Wenzel am Montag in Hannover. Ziel sei eine lückenlose Kontrolle, was wann wo unter welchen Bedingungen eingelagert wurde.

Nach den Terror-Attacken in Brüssel habe es mit Blick auf mögliche Anschläge weitere Auflagen gegeben. "Wir haben die Betreiber zu erhöhter Wachsamkeit aufgefordert und zusätzliche Anstrengungen verlangt", sagte Wenzel, Details wollte er aber nicht nennen.

Wegen kleiner Lackschäden und Korrosionsstellen im Bodenbereich von zwei Atommüllfässern lässt das niedersächsische Umweltministerium derzeit insgesamt 70 Fässer aus Gorleben von Experten untersuchen. Radioaktivität trat nicht aus.

Korrosionsfälle an solchen Fässern seien inakzeptabel, sagte Wenzel. "Wir sehen die Notwendigkeit, die Lagerbedingungen deutlich zu verbessern", betonte der Minister. Bisher sind im Lager wegen der Stapeltechnik nur die ersten Reihen der Fässer einsehbar - Wenzel möchte erreichen, dass Sichtkontrollen bei allen Fässern möglich sind.

Das Abfalllager Gorleben, wo die schadhaften Fässer standen, ist auf dem Gelände des Zwischenlagers in einer gesonderten Halle untergebracht. Castoren mit hoch radioaktiven Abfällen befinden sich in einer anderen Halle. Die beiden betroffenen Fässer waren nach den Angaben Ende der 1970er Jahre mit schwach radioaktiven Mischabfällen befüllt worden, seit Anfang der 1990er Jahre sind sie in Gorleben eingelagert. Das Land Niedersachsen hat seit April 2014 die Verantwortung für diese Anlage.

Der Betreiber des Abfalllagers, die Gesellschaft für Nuklear Service, sei aufgefordert worden, die optischen Kontrollen und die klimatischen Bedingungen für die eingelagerten Atommüllbehälter zu verbessern, betonte Wenzel.

dpa


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