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Niedersachsens Sozialministerin, Cornelia Rundt (SPD).

Niedersachsens Sozialministerin, Cornelia Rundt (SPD). © Jochen Lübke/Archiv

Wohnungspolitik

Niedersachsen braucht kleinere und günstigere Wohnungen   

Die Niedersachsen werden auf mittlere Sicht weniger und zugleich älter - für den Wohnungsmarkt bedeutet das einen steigenden Bedarf an kleineren und barrierefreien Wohnungen.

Hannover. Das geht aus dem aktuellen Wohnungsmarktbericht der landeseigenen NBank hervor, der am Montag in Hannover vorgelegt wurde. Niedersachsens Bevölkerung wird demnach bis 2035 von aktuell 7,9 Millionen Menschen um 4,8 Prozent auf 7,2 Millionen schrumpfen.

Als Reaktion auf den steigenden Bedarf an kleinen, barrierefreien Wohnungen denkt die Landesregierung über neue Verordnungen zum Sozialwohnungsbau, aber auch über eine Mietpreisbremse für Großstädte nach. Die oppositionelle CDU fordert für den sozialen Wohnungsbau ein Sofortprogramm über 500 Millionen Euro.

Aus der Studie geht auch hervor, dass Ballungszentren bei der Bevölkerungszahl weiter zulegen dürften, etwa Hannover (plus 14 Prozent) oder Osnabrück (plus 8 Prozent). Für Regionen im Süden und Nordosten, in weiten Küstenteilen sowie im mittleren Niedersachsen werden zum Teil erhebliche Bevölkerungsrückgänge erwartet.

Im Umkreis von Städten wie Hamburg, Braunschweig, Wolfsburg und Bremen werden zudem starke Zuwächse beim Anteil der über 60-Jährigen erwartet. Ihr Anteil dürfte landesweit von rund 27 Prozent auf dann 36 Prozent im Jahr 2035 steigen. Derzeit ist der Ein-Personen-Haushalt mit 40 Prozent die häufigste Haushaltsform. Von den 3,8 Millionen Haushalten sind mehr als zwei Drittel kleine mit ein oder zwei Personen.

NBank-Vorstandschef Michael Kiesewetter sagte: "Es gibt eine hohe Nachfrage in der Stadt - damit wird bezahlbarer Wohnraum teurer." Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD), die auch für Wohnungsbau zuständig ist, will im kommenden Jahr nach einer erweiterten Studie entscheiden, ob vor allem in Großstädten sprunghafte Mieterhöhungen durch eine Mietpreiskappung oder -bremse vermieden werden können.

Die Ministerin stellte ein 30-Millionen-Euro schweres Förderprogramm für energetische Gebäudesanierung in Aussicht, sofern die Warmmiete dabei unverändert bleibt. Der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Max Matthiesen, forderte: "Um die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum zu befriedigen, muss das Wohnraumförderprogramm des Landes drastisch aufgestockt werden." In den kommenden Jahren würden im Land 5000 neue Sozialwohnungen pro Jahr benötigt - gefördert würden gegenwärtig nur rund 1000 Wohnungen.

Der Wohnungsmarktbericht gilt als wichtige Entscheidungs- und Beratungsgrundlage für die Landespolitik. Bis 2038 werden demnach jährlich 14 000 neue Wohnungen benötigt, insgesamt rund 281 000. "Es wird zwar viel gebaut, aber vor allem im Hochpreis-Segment", erklärte Rundt. Zu den Verlierern bei der Nachfrage nach Wohnungen gehören aufgrund der Arbeitsmarktentwicklung Städte wie Salzgitter oder Wilhelmshaven. "Bedarf und Überhänge liegen manchmal nur ein paar Kilometer auseinander", erklärte NBank-Vorstand Kiesewetter.

dpa


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