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Die neue Intercity-Generation rollt zwischen Leipzig, Hannover und Norddeich. Einer der rund 17 Millionen Euro teuren Züge wurde bereits von einem Graffiti-Sprayer verunstaltet. Foto: Altwig

Deutsche Bahn

Neue ICs sind schon beschmiert

Wackelprobleme und Sprayer – die Doppelstockfernzüge der Deutschen Bahn haben einen schweren Start: Erst seit vier Wochen rollen die neuen Doppelstock-Intercitys der Deutschen Bahn (DB) zwischen Leipzig, Hannover und Norddeich, doch die ersten Wagen sind schon Opfer von Sprayern geworden.

Hannover. „Das ärgert uns, dass einer unserer jüngsten Züge schon nach wenigen Tagen im Einsatz beschmiert wurde“, sagte ein Bahnsprecher der NP. Ein Sprayer Namens „Detlef 1“ hat sich zum Beispiel kurz nach dem Jahreswechsel ausgetobt. Die DB hat Anzeige erstattet.

Auch diese brandneuen Züge – jeder soll rund 17 Millionen Euro kosten –, könnten nicht komplett vor Schmierern geschützt werden, sagt der Bahnsprecher: „Natürlich sichern wir unsere Züge, wenn sie abgestellt werden, eine lückenlose Bewachung ist aber nicht möglich.“ Die Fahrzeuge würden aber „so schnell wie möglich“ gereinigt.

Das könne mehrere Tausend Euro kosten – pro Jahr geht die Bahn von rund 30 Millionen Euro Schaden durch Vandalismus und Graffiti aus. Auch wenn jugendliche Täter vielleicht ohne Strafe davonkämen, ihren Schaden könne die Bahn zivilrechtlich bis zu 30 Jahre lang geltend machen. Und: „Jahr für Jahr kommen Sprayer durch Stromschläge oder fahrende Züge ums Leben.“

Die neuen Intercitys, die ersten in Deutschland mit zwei Etagen, haben einen durchwachsenen Start. Auf einigen Streckenabschnitten klagen Fahrgäste darüber, dass die Züge stark schwanken. Im Obergeschoss könne einem davon übel werden. Die DB will deshalb die Federung der Züge neu einstellen.

Deutschlandweites Aufsehen hat ein Intercity der DB Anfang Januar ebenfalls in Niedersachsen erregt – auch wenn die DB für die Ursache nichts konnte – und es sich um einen alten Zug mit nur einer Etage handelte. Wegen Blitzeis an der Oberleitung war der von einer E-Lok gezogene Zug am 3. Januar in der Nähe von Emden liegengeblieben. Rund 600 Menschen wurden von Hilfsdiensten mit Essen und Getränken versorgt. Der Zug erreichte den Zielbahnhof Köln schließlich mit fast 23 Stunden Verspätung – rekordverdächtig. Die Bahn erstattet den Passagieren den Fahrpreis und entschuldigt sich jeweils mit einem 100-Euro-Reisegutschein und einer Schachtel Pralinen. 

Dirk Altwig


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