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Ein Wachstand der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Ein Wachstand der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). © Sebastian Gollnow

Freizeit

Nach Badeunfällen: DLRG fordert mehr Sicherheit an Badeseen

In Badeseen kommt es bei heißem Wetter immer wieder zu tödlichen Unfällen. Dennoch gibt es an Seen nur selten Rettungsschwimmer, beklagt die DLRG. Statt um Verbotsschilder sollten Kommunen sich um eine Überwachung kümmern.

Bad Nenndorf. Angesichts tödlicher Badeunfälle in den vergangenen Tagen hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) von den Kommunen eine bessere Sicherung von Badeseen verlangt. "Die Sicherheit muss im Vordergrund stehen und die Kommunen können nicht einfach den Hausmeister schicken und ein "Baden verboten"-Schild aufstellen", sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese in Bad Nenndorf. Städte und Gemeinden müssten für die Badestellen in ihrem Bereich Gefahrenanalysen vornehmen und im Anschluss über das erforderliche Maß an Sicherung beraten. In überschaubarem Maße könne die DLRG etwa an Wochenenden Rettungsschwimmer stellen.

Während die Nord- und Ostseeküste von Borkum bis Usedom während der Badesaison täglich von DLRG-Rettungsschwimmern überwacht werden, sei dies bei Binnengewässern nur selten der Fall, kritisierte die DLRG. Dort aber verunglückten im vergangenen Jahr rund 80 Prozent der bundesweit 488 Ertrunkenen.

Am Dienstag ertrank ein 15-Jähriger in einem Badesee in Offenbach, im bayerischen Olching wurde ein 14-Jähriger tot aus einem See geborgen. Ein 76-jähriger Surfer wurde in einem Baggersee im hessischen Kirchhain gesucht. Auch an einem Baggersee in Cuxhaven suchten Helfer nach einem möglicherweise Verunglückten, nachdem am Ufer zurückgelassene Kleidung entdeckt worden war.

Gefahrenanalysen könnten den Kommunen helfen zu erfassen, wie viele Menschen welche Bereiche von Badeseen nutzen, ob es dort besondere Gefahren wie Strömungen oder Pflanzen gebe und zu welchen Zeiten eine Überwachung sinnvoll sei, sagte DLRG-Sprecher Wiese. Wenn eine Kommune mit der DLRG einen Vertrag schließe, könnten Ehrenamtliche die Überwachung leisten und die Stadt sorge für die Ausrüstung.

"Wir können nicht für jeden Kiesteich eine Badeaufsicht bereitstellen", sagte hingegen der Sprecher des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek. Dazu fehle schlicht das Geld. Die Menschen sollten stattdessen die Freibäder nutzen, in deren Unterhalt die Kommunen viel Geld steckten. "Alle drängen an die Seen und gucken nicht, ob eine Badeaufsicht da ist, sondern wollen Schwimmen und Spaß haben."

Ein Kompromiss gelang Kommune und DLRG in Langenhagen bei Hannover: Am beliebten Silbersee gebe es bei gutem Wetter unter der Woche ab 17 Uhr eine Badeaufsicht, sagte der örtliche DLRG-Vorsitzende Torsten Simmler. Früher könnten die ehrenamtlichen Retter wegen ihrer Hauptberufe nicht vor Ort sein. Am Wochenende seien die Rettungsschwimmer aber von 10 bis 18 Uhr vor Ort.

Vor einem kalten Bad in Baggerseen, die noch von der Kies- und Sandindustrie genutzt werden, warnte der Bundesverband Mineralische Rohstoffe (Miro). "Es gibt genügend freigegebene Badeseen, die genutzt werden können", sagte Miro-Sprecherin Gabriela Schulz. Es sei hochgefährlich, in noch genutzten Baggerseen zu schwimmen. So seien die Böschungen noch nicht verdichtet und abgeflacht und das Gelände könne jederzeit abrutschen. Bevor Seen freigegeben werden, würden die Böschungen in einem bestimmten Winkel abgeflacht. "Sie sollten sich selbst zuliebe darauf verzichten, über Zäune zu klettern", riet Schulz.

dpa


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