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© Nigel Treblin

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Salzhemmendorf

Mutmaßlicher Brandstifter ein Feuerwehrmann

Die eigenen Kameraden mussten den Brand in Salzhemmendorf löschen. Wie die NP erfuhr, ist einer der mutmaßlichen Täter des Anschlags auf ein Asylbewerberwohnheim Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr dort.

Hameln/Hannover. Gegen ihn, seinen Freund und die Frau (23 Jahre aus Springe) hat die Staatsanwaltschaft Hannover Haftbefehle erlassen. Den dreien wird gemeinschaftlich versuchter Mord vorgeworfen.

In der Nacht zum Freitag sollen die beiden Männer (24 und 30 Jahre alt) einen Molotow-Cocktail durch ein geschlossenes Fenster in ein früheres Schulgebäude geworfen haben. In dem Gebäude hielten sich zur Tatzeit 40 Menschen auf, darunter Deutsche sowie Asylsuchende aus dem Irak, Pakistan, Syrien, der Elfenbeinküste und Simbabwe. Eine Frau aus Simbabwe und ihre drei Kinder hielten sich in einem Nebenraum auf und blieben unverletzt. Sie fanden inzwischen Zuflucht in der Wohnung eines Ratsmitglieds.

Die Männer sollen den brennenden Molotow-Cocktail aus einem Auto mit laufendem Motor geworfen haben und schnell weggefahren sein. Am Steuer, so berichten Beobachter, habe die Frau aus Springe gesessen.

„Um es klar zu sagen: Das war versuchter Mord“, hattete Ministerpräsident Stephan Weil am Freitag bei einem Besuch der Unterkunft gesagt. Bürger versammelten sich zu einer Demonstration für die Flüchtlinge. Auch dabei kam es zu Krawallen. Ein Neonazi griff einen Fotografen an. Hamelns Landrat Tjark Bartels berichtete der NP, an dieser Demo hätten Mitglieder der Feuerwehr in Unform teilgenommen. Er werde genau prüfen, „was da in Salzhemmendorf passiert ist und ob es keine Anzeichen für Fremdenfeindlichkeit mit solchen Folgen gegeben“ habe.

Szenekenner wie Martin Burgdorf von der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus befürchten, dass es inzwischen einen rechten Krawalltourismus gibt. Dass die Täter aus Salzhemmendorf beispielsweise Kontakte zu Neonazis in Hildesheim haben. Die wiederum zeigten sich am Samstag erst bei einer Kundgebung in Goslar und reisten dann nach Halberstadt, wo es bei einer Spontandemo massive Angriffe gegen Polizisten gab. Gegen der Rechten läuft ein Strafverfahren wegen schweren Landfriedensbruch.


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