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Heinrich Bedford-Strohm übernahm das Amt des EKD-Ratsvorsitzenden vor einem Jahr.

Heinrich Bedford-Strohm übernahm das Amt des EKD-Ratsvorsitzenden vor einem Jahr. © M. Hibbeler

Kirche

Münchner Bischof Bedford-Strohm bleibt EKD-Ratschef

Mutmachen und in der modernen Gesellschaft für den christlichen Glauben werben, das ist die Mission des Münchner Bischofs Bedford-Strohm. Erwartungsgemäß wurde er an die EKD-Spitze wiedergewählt. Wie viel Gehör kann er der Kirche verschaffen?

Bremen. Der Münchner Bischof Heinrich Bedford-Strohm bleibt für die kommenden sechs Jahre Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das Kirchenparlament bestätigte Bedford-Strohm am Mittwoch in Bremen in der Leitungsfunktion an der Spitze von 23 Millionen evangelischen Christen in Deutschland. Als höchster Repräsentant leitet der EKD-Chef die Kirchenverwaltung und vertritt protestantische Positionen in Gesellschaft und Politik.

"Das Wichtigste ist, dass wir als Kirche neue geistliche Kraft entfalten. Wir müssen ausstrahlen, dass wir eine einladende Kirche sind. Das gilt vor allem für junge Menschen, die ich ausdrücklich ermutigen will, sich einzubringen, damit ihre Impulse auch aufgenommen werden", sagte Bedford-Strohm der Deutschen Presse-Agentur nach seiner Wahl. "Zugleich muss man aber sehen, dass in Deutschland rund 50 Millionen Menschen aufgrund ihrer freiwilligen Entscheidung Mitglieder in den beiden großen Kirchen sind. Das ist auch bemerkenswert, weil sie sich auch anders entscheiden könnten, dies aber nicht tun."

Als einen drängenden Punkt sieht der EKD-Chef auch den Umgang mit den Flüchtlingen in Deutschland. "Ich bin in Deutschland viel unterwegs und habe viele Bemühungen für Integration gesehen. Dabei gebührt vor allem den Ehren- und Hauptamtlichen großer Dank", sagte Bedford-Strohm. "Es gibt natürlich in vereinzelten Regionen auch Scharfmacher. Aber diese Schlagzeilen sind nicht repräsentativ. Insgesamt sehe ich in Deutschland eine große Bereitschaft für die Integration der Flüchtlinge."

Der 55-Jährige hatte das Amt vor einem Jahr von Nikolaus Schneider übernommen, der wegen der Erkrankung seiner Frau vorzeitig zurückgetreten war. Zur stellvertretenden Ratsvorsitzenden wurde die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus (52), gewählt. Sie löst den sächsischen Bischof Jochen Bohl (65) ab, der mit Ablauf der Amtsperiode ausscheidet. Der Rat gilt als Regierung der EKD, die als Dachorganisation der 20 evangelischen Landeskirchen dient.

Auf Bedford-Strohm warten etliche Herausforderungen. Seit Jahren gibt es einen schleichende Mitgliederschwund, der nicht nur mit dem demografischen Wandel sondern auch mit Austritten zusammenhängt. Zudem wird mittelfristig mit geringeren Kirchensteuereinnahmen gerechnet. Außerdem findet das Wort der Kirche nicht mehr so selbstverständlich wie früher Gehör.

dpa


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