Navigation:
Polizisten suchen in einem Waldstück bei Wunstorf nach Jenisa.

Polizisten suchen in einem Waldstück bei Wunstorf nach Jenisa. © Julian Stratenschulte/Archiv

Prozesse

Mordprozess beginnt acht Jahre nach Jenisas Verschwinden

Das Verschwinden der kleinen Jenisa bewegte im Jahr 2007 viele Menschen. Nun steht ihr mutmaßlicher Mörder vor Gericht. Wird es ein Indizienprozess oder legt der Mann, der bereits für einen anderen Kindsmord verurteilt wurde, ein Geständnis ab?

Hannover (dpa/lni) - Er ist bereits als Mörder eines kleinen Jungen verurteilt und muss sich nun wegen des gewaltsamen Todes eines weiteren Kindes vor Gericht verantworten: Acht Jahre nach dem Verschwinden der kleinen Jenisa in Hannover beginnt am Dienstag der Mordprozess gegen einen 44-Jährigen, der von Anfang an der Hauptverdächtige war. Aus Mangel an Beweisen kam der damalige Lebensgefährte von Jenisas Tante seinerzeit frei. Erst nachdem der Mann im vergangenen Jahr für den Mord an dem fünfjährigen Dano im westfälischen Herford zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, rückte er wieder in den Fokus der Ermittler.

Mitgefangenen nämlich soll der Angeklagte gesagt haben, dass er sich an der damals Achtjährigen vergangen und sie anschließend getötet habe. Die Häftlinge gaben der Justiz den Hinweis auf ein Waldstück in Wunstorf bei Hannover und tatsächlich entdeckten Fahnder dort vor einem Jahr Jenisas Leiche. Dem Mann wird außerdem sexueller Missbrauch und Vergewaltigung angelastet. Zu den Vorwürfen hat er sich bisher nicht geäußert.

Das Strafmaß liegt bei einem zweiten Mord in der Summe zwar weiter bei einer lebenslangen Haft. Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, kann in dem Prozess in Hannover aber die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, was die Möglichkeit einer Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließt. Über die Fortdauer der Haft oder eine Entlassung wird dann erst einige Jahre später entschieden.

Jenisa verschwand am 7. September 2007. Sie war auf dem Weg zu einer Tante, die aber nicht zu Hause war. Im Fahrstuhl des Hochhauses sah eine Frau das Mädchen noch, dann verlor sich seine Spur. An einer Autobahn bei Wunstorf gefundene Kleidung deutete auf ein Verbrechen hin. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft lockte der heute 44-Jährige das Kind unter dem Vorwand, es nach Hause zu fahren, in sein Auto, um es zu missbrauchen.

Der Mann war bereits 2007 ins Visier der Fahnder geraten und hatte sich bei seiner Befragung in Widersprüche verstrickt. Schließlich kam er aber nach wochenlanger Untersuchungshaft aus Mangel an Beweisen frei. Er war zwar in der Nähe der abgelegten Kleidung gewesen, Zeugen hatten Jenisa in einem Wagen gesehen, der seinem Auto glich - doch nachgewiesen werden konnte ihm das Verbrechen damals nicht. Nun steht dem Mann ein Indizienprozess bevor. Das Gericht muss prüfen, inwieweit es den Angaben der Mitgefangenen Glauben schenkt. Möglicherweise wird sich der Angeklagte im Gerichtssaal doch noch zu den Vorwürfen äußern.

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie