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Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). © Sebastian Gollnow

Regierung

Ministerpräsident Weil sieht Südniedersachsen auf gutem Weg

Südniedersachsen galt lange als Sorgenkind: Der Region droht die Überalterung, es gibt weniger Jobs als anderswo. Nun soll ein Programm den Wandel bringen. Geplant ist schnelles Internet für alle, intelligenter Nahverkehr und eine bessere touristische Erschließung.

Walkenried. Bisher fehlte es an Geld. Doch jetzt, sechs Jahre nach der Anerkennung als Unesco-Welterbe, wird die Oberharzer Wasserwirtschaft touristisch erschlossen. Das alte System von Teichen, Gräben und Stollen, ein einzigartiges vorindustrielles Energieversorgungssystem, soll zusammen mit der Goslarer Altstadt und dem Bergwerk Rammelsberg als "Welterbe Harz" für Besucher besser zugänglich werden. Dazu sollen Info-Zentren, eine einheitliche Beschilderung und eine Vernetzung der zehn Museen des Welterbes dienen.

Das Vorhaben ist eines der Projekte des Südniedersachsen-Programms, mit dem die rot-grüne Landesregierung die wirtschaftliche Entwicklung der strukturschwachen Region vorantreiben will. Das Programm laufe besser, als er es für möglich gehalten habe, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), als er sich am Dienstag in Walkenried im Südharz bei einer Kabinettssitzung über die bisherige Bilanz informierte.

Die Zahlen könnten sich sehen lassen, sagte Weil. Zwölf Projekte sind bisher bewilligt, bis Ende des Jahres soll die Zahl auf 28 steigen. 87 Millionen Euro werden dafür ausgegeben, Dutzende weitere Ideen warten noch auf ihre Umsetzung.

Gelder flossen unter anderem in den Breitbandausbau. Südniedersachsen werde bis Ende 2018 komplett mit schnellem Internet versorgt sein, sagte Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD). Ein Innovations-Campus soll dafür sorgen, dass Wissen aus den Hochschulen besser in die Wirtschaft transferiert werden kann. Und ein Gesundheits-Campus soll neue Ausbildungsgänge für Pflege und Gesundheit anbieten.

Laut Förderplan sollen bis 2020 mindestens 100 Millionen Euro nach Südniedersachsen fließen. Diese Summe werde voraussichtlich aber deutlich übertroffen, sagte Landrat Reuter. Er hofft angesichts der schon jetzt eingeworbenen Mittel von Bund, Land, EU und weiteren Einrichtungen, dass am Ende bis zu 500 Millionen Euro fließen.

Erfreulich sei, dass die Kommunen in den Landkreisen Göttingen, Osterode, Northeim, Holzminden und Goslar entgegen früheren Befürchtungen bisher nur 3,5 Prozent der Projektmittel selbst aufbringen mussten, sagte Reuter.

Manche der bisherigen Projekte könnten nicht nur Südniedersachsen voranbringen, sagte Ministerpräsident Weil. Als Beispiel dafür nannte er das von Göttinger Max-Planck-Forschern betreute Projekt "Ecobus". Dessen Ziel ist es, für Menschen im ländlichen Raum einen Nahverkehr zu entwickeln, der besser auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Dazu soll eine flexibel eingesetzte Flotte von Kleinbussen mit anderen Verkehrsmitteln intelligent vernetzt werden.

"Dünn besiedelten ländliche Raum gibt es auch anderswo", sagte Weil. Auch die geplante Gewinnung wertvoller Metalle aus altem Bergbauhalden im Harz sei beispielhaft.

Einen großen Schub für den Tourismus verspricht sich die Welterbe-Stiftung von ihrem Projekt, die einzelnen ausgezeichneten Orte besser zu vernetzen. Derzeit seien viele Teile der Oberharzer Wasserwirtschaft bei Besuchern noch unbekannt, sagte Sprecher Ulrich Reiff.

Wenig Positives kann dagegen die Landtags-Opposition dem Südniedersachsen-Programm abgewinnen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Christian Grascha, sprach von einer "Mogelpackung". Die meisten Projekte habe es entweder schon vorher gegeben oder sie würden auch ohne das Programm realisiert. Die Effekte seien jedenfalls bescheiden.

dpa


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