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Existenzgarantie für das Gymnasium – oder nur für die neue „Oberschule“? Kultusminister Bernd Althusmann mit Grundschülern in Hannover.

Existenzgarantie für das Gymnasium – oder nur für die neue „Oberschule“? Kultusminister Bernd Althusmann mit Grundschülern in Hannover.© Martin Steiner

Neue Schulreform

Mehr Lehrer für die neue „Oberschule“

Das neue Schulmodell von Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) soll mehr Ganztagsunterricht bringen: Die Kreise und kreisfreien Städte als Schulträger sollen zum Schuljahr 2011/2012 alle Haupt-, Real- und Kooperativen Gesamtschulen (KGS) in sogenannte „Oberschulen“ umwandeln können.

„Oberschulen“ sollen mindestens zwei parallele Klassen haben, bei einem angegliederten Gymnasialzweig müssen es wenigstens drei sein. In Mathematik, Englisch und Deutsch soll nach Leistung differenziert werden, in fast allen anderen Fächern aber soll auch gemeinsamer Unterricht im gesamten Jahrgang erlaubt werden können.

Wenn sich eine Kommune für die Gründung einer „Oberschule“ entscheidet, soll sie Lehrer für zusätzliche Betreuung der Kinder bekommen. Als sogenannte „teilgebundene Ganztagsschulen“ sollen die Oberschulen verpflichtenden Nachmittagsunterricht anbieten. Dies werde das Land im kommenden Jahr sechs Millionen Euro zusätzlich kosten, heißt es aus Koalitionskreisen.

Die „Oberschule“ soll eine Antwort sein auf die in einigen Teilen des Landes drastisch zurückgehenden Schülerzahlen. Da kleine eigenständige Haupt- und Realschulen künftig kaum aufrechtzuerhalten sein werden, wird mit der „Oberschule“ ein Weg zu ihrer Zusammenführung geebnet. Gleichzeitig wird ein Gymnasialzweig an den „Oberschulen“ möglich, weil viele Eltern ihren Kindern nach Klasse vier den späteren Aufstieg zum Abitur offenhalten wollen.

Am Dienstag stellt Althusmann seine Pläne bei einem „Bildungsgipfel“ allen Interessensverbänden vor. Auch die Oppositionsparteien sind eingeladen.

Koalition ringt um Reform der Gesamtschule

Die Pläne für die neue „Oberschule“ in Niedersachsen sind in der CDU/FDP-Koalition so gut wie beschlossen. Ungeklärt war bis zum späten gestrigen Abend aber noch, was aus den „Integrierten Gesamtschulen“ (IGS) werden soll. Soll man auch ihre Gründung erleichtern und damit vielen Initiativen im Lande entgegenkommen? Die Koalition ist darüber noch uneins.

Die neuen Oberschulen sollen arbeiten wie die bisherige „Kooperative Gesamtschule“ (KGS), nämlich mit der Möglichkeit zum gemeinsamen Unterricht für alle Schüler eines Jahrgangs, aber in den Kernfächern Mathematik, Deutsch und Englisch getrennt nach Leistungsgruppen. Die IGS sind Gesamtschulen, die noch stärker als die künftige Oberschule gemeinsamen Unterricht aller Schüler eines Jahrgangs ermöglichen. Bisher gibt es für die IGS aber hohe Hürden – auf 14 Jahre muss gewährleistet sein, dass die IGS mindestens fünf Klassen in einer Jahrgangsstufe hat. Außerdem darf die IGS nur ein Zusatzangebot zu den anderen Schulformen sein.

Die FDP will an diesen Bedingungen festhalten und meint, die „Oberschule“ allein sei schon Entgegenkommen genug an Lehrer- und Kommunalverbände. In der CDU gibt es starke Kräfte, die statt der alten Fünf- nur noch eine generelle Vierzügigkeit der IGS wollen, zumal auch in vielen Kommunen der Wunsch nach einer solchen Schulform ausgeprägt sei. SPD, Grüne und Linke hatten sich bisher zum Anwalt vieler IGS-Initiativen in Niedersachen gemacht. Bewegung der Regierung in dieser Frage könnte ein wichtiger symbolischer Schritt in Richtung des geforderten Schulfriedens sein.

Gestern wurde um einen Kompromiss in der Koalition gerungen: Soll die Zahl der zusätzlichen IGS beschränkt werden? Soll man festlegen, dass eine IGS nur genehmigt werden darf, wenn eine andere Gesamtschule nur in einer Fahrtzeit von mehr als einer Stunde erreicht werden kann? Möglicherweise kommt die FDP der CDU bei der IGS-Frage entgegen, wenn sich die FDP dafür in einem anderen Detail der Schulreform durchsetzen kann.


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