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Lehrerin mit Tochter zum Dschungelcamp: Justiz ermittelt

Die Staatsanwaltschaft hat die Wohnung einer Lehrerin durchsucht, die ihre Tochter zum RTL-Dschungelcamp nach Australien begleitete, während sie krankgeschrieben war.

Hannover. Auch die Praxen von zwei Ärzten der Lehrerin aus Soltau wurden durchsucht. Es werde wegen des Verdachts auf Gebrauch falscher Gesundheitszeugnisse ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg am Donnerstag zu entsprechenden Medienberichten. Die Ermittler hätten Reiseunterlagen und Krankenakten sichergestellt.

Der Anwalt der Lehrerin, Andreas Hebestreit, bezweifelte am Donnerstag die Verhältnismäßigkeit des Ermittlungsverfahrens. "Ich habe das Gefühl, dass da mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird", sagte er der dpa. Die Vorwürfe gegen seine Mandantin wies er als haltlos zurück.

Die Lehrerin hatte einen Antrag auf Urlaub bei ihrem Arbeitgeber eingereicht, um ihre Tochter Anfang des Jahres zu den Dreharbeiten für die RTL-Sendung "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" zu begleiten. Der Antrag wurde abgelehnt. Kurz darauf schrieben zwei Ärzte die Frau krank und sie trat die Reise nach Australien an.

Als das bekannt wurde, hagelte es Kritik von Elternvertretern. Die Landesschulbehörde stellte die Frau vom Unterricht frei, ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet. Die Mathelehrerin erhält nach Angaben ihres Anwalts derzeit weiter ihre vollen Dienstbezüge.

Das Disziplinarverfahren des Landes Niedersachsen ruhe nun solange, bis die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen seien, hieß es von der Landesschulbehörde. Ermittelt wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch gegen die beiden Ärzte wegen Verdachts auf Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse.

dpa


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