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Gerichtsurteil

Lehrer müssen kein Dienstzimmer haben

Lehrer müssen in Schulen kein Dienstzimmer zur Verfügung gestellt bekommen. Und das Land muss ihnen auch nicht die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer erstatten. Das geht aus einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg hervor.

Lüneburg. Lehrer haben weder einen Anspruch auf ein eigenes Dienstzimmer in der Schule noch darauf, die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer erstattet zu bekommen. Der 5. Senat des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Lüneburg hat die Klagen von drei Gymnasiallehrern abgewiesen. Zwei hatten erstreiten wollen, dass das Land ihr Arbeitszimmer zuhause bezahlt. Ein anderer wollte unentgeltlich ein Dienstzimmer und Büromaterialien in der Schule zur Verfügung gestellt bekommen. Ihre Berufungen gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Osnabrück hat das OVG jetzt zurückgewiesen.

Die Richter argumentierten, dass für Lehrer - anders als bei anderen Beamten - für Tätigkeiten außerhalb des Unterrichts, etwa das Korrigieren von Arbeiten keine Anwesenheitspflicht in der Schule bestehe. Die Pädagogen könnten selbst bestimmen, wann sie ihre Arbeiten erledigen wollten. Werde ein Dienstzimmer in der Schule vorgehalten, werde diese Freiheit eingeschränkt. Das Unterrichten sei die den Lehrerberuf prägende Haupttätigkeit, meinten die Lüneburger Richter. Die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer seien den Lehrern zumutbar, zumal sie diese auch bis zu einem Betrag von 1250 Euro steuerlich absetzen könnten.

Der Philologenverband, der die Pädagogen aus Meppen und Osnabrück vor dem OVG rechtlich vertreten hat, kann diese Argumentation nicht stehen. Mit der Freiheit der Lehrer über ihre Arbeitszeit sei es in Zeiten zunehmender Ganztagsschulen nicht allzu weit her, sagte Verbandsgeschäftsführer Roland Neßler. Die meisten Pädagogen seien auch nachmittags in der Schule. In den überfüllten Gymnasien seien oft auch die Lehrerzimmer viel zu klein, sagte Neßler. Dienstzimmer seien in den Schulbaurichtlinien sowieso nicht vorgesehen. Deshalb sei ein häusliches Arbeitszimmer ein Muss. Der Philologenverband sieht hier das Land in der Pflicht: "Ein Finanzbeamter bearbeitet Steuerakten doch auch nicht zuhause."

Lehrer müssen nach Angaben des Philologenverbandes für ihr Arbeitszimmer zuhause jährlich zwischen 1500 und 200 Euro aufwenden, steuerlich absetzen können sie bis zu 1250 Euro. Der Philologenverband will jetzt vor das Bundesverwaltungsgericht ziehen.


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