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Trockenheit

Landesforsten warnen vor Waldbrandgefahr

Ungewöhnlich früh steigt die Waldbrandgefahr in Niedersachsen. 20 Kameras überwachen das ganze Gebiet, die Zentrale in Lüneburg ist rund um die Uhr besetzt. Die meisten Brände gehen auf Unachtsamkeiten der Waldbesucher zurück.

Hannover. Vor gerade einmal zwei Wochen klagten die Niedersachsen noch über Nachtfrost und Temperaturen im einstelligen Bereich, nun treibt sie die Sorge vor Waldbränden um.

 In den vergangenen Tagen hat ein Wetterumschwung mit hohen Temperaturen und geringem Niederschlag den Wald stark ausgetrocknet. Die Landesforsten sind besorgt und warnen erstmals in diesem Jahr. In manchen Gebieten wurde bereits die höchste Warnstufe ausgegeben.

Was sind die häufigsten Auslöser und Ursachen für Waldbrände?
"Die meisten Waldbrände entstehen durch menschlichen Einfluss", sagte Sprecher Dennis Glanz von den Landesforsten am Montag. Viele Brände seien vor allem auf unbeaufsichtigte Feuer im Wald oder in Waldnähe zurückzuführen. Auch Grills, die übrig gebliebene Kohle oder weggeworfene Zigarettenkippen können einen Waldbrand verursachen. In einer Mitteilung warnen die Landesforsten Waldbesucher noch einmal ausdrücklich vor diesen Unachtsamkeiten.

Welche Gefahrenstufen gibt es?
Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist in fünf unterschiedliche Stufen aufgeteilt. Die Stufen eins und zwei haben geringe Bedeutung. Ab Stufe drei gilt erhöhte Aufmerksamkeit. In Niedersachsen wird dann auch die Waldbrandzentrale in Lüneburg besetzt. Die Stufen vier und fünf weisen auf hohe beziehungsweise sehr hohe Gefahr hin.

Wie groß ist die Waldbrandgefahr aktuell?
 Für die Regionen um Lüchow-Dannenberg, Bergen und Wittingen-Vorhop wurde die höchste Warnstufe fünf ausgegeben. In vielen anderen Teilen Niedersachsens herrscht zunächst Stufe vier. Ab Mittwoch soll sich die Situation beruhigen. Für das anstehende Pfingstwochenende ist ein klarer Temperatursturz inklusive Regen vorhergesagt. Spätestens dann dürfte die Gefahr in ganz Niedersachsen wieder auf die Stufen eins und zwei zurückfallen.

Welche Vorfälle gab es in der Vergangenheit?
 Im August 1975 ereilte ein Flammeninferno die Lüneburger Heide. In Meinersen (Landkreis Gifhorn) kamen fünf Feuerwehrleute ums Leben, 82 weitere Menschen wurden verletzt. Bei dem einwöchigen Dauerfeuer wurden zudem 8000 Hektar Wald sowie 5000 Hektar Moor und Heide zerstört. Es war der verheerendste Waldbrand seit 1904. Auch 2015 hatte es im heißen Sommer immer wieder Warnungen und Brände gegeben. Diese hatte die Feuerwehr aber immer wieder schnell gelöscht.

Wie kann Waldbränden vorgebeugt werden?
Die Landesforsten appellieren an die Bürger, kein Feuer im Wald zu entzünden. Jede noch so kleine Rauchentwicklung in Waldregionen sollte der nächsten Leitstelle gemeldet werden. Zudem ist seit vergangenem Freitag wieder die Waldbrandzentrale in Lüneburg besetzt. Dort laufen alle Bilder und Daten von insgesamt 20 Waldbrandüberwachungskameras zusammen.

Wie funktioniert das System der Waldbrandüberwachungskameras?
 Jede der 20 Kameras besitzt einen Rundumblick von über zehn Kilometern und kann so Rauchentwicklung frühzeitig erkennen. Bei Auffälligkeiten werden die Einsatzkräfte auf der Stelle alarmiert. An heißen Tagen im Juli oder August gehen im Lüneburger Einsatzzentrum bis zu 3000 Alarmierungen pro Tag sein. Die Forstwirte dort überprüfen die angezeigten Bilder. Durch die moderne Technik seien Katastrophen wie die von 1975 heutzutage quasi auszuschließen, teilte ein Sprecher der Landesforsten mit.


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