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Helfer suchen nach den besten Eicheln, um daraus Eichensaatgut gewinnen.

Helfer suchen nach den besten Eicheln, um daraus Eichensaatgut gewinnen. © Nigel Treblin

Forstwirtschaft

Landesforsten suchen nur die besten Eicheln

Nicht nur Kinder sammeln im Herbst die Eicheln vom Boden. Auch hungrige Eichelhäher, Wildschweine und Hirsche machen sich auf die Suche. Die Experten der Landesforsten sind ebenfalls unterwegs. Ihnen geht es nur um die besten Früchte - kräftige Eichen sind ihr Ziel.

Oerrel. Helfer der Landesforsten sind derzeit auf der Suche nach den besten Eicheln für die künftigen Wälder Niedersachsens. "Nur die Eicheln vitaler und gesunder Bäume in ausgewählten, geprüften und zugelassenen Erntebeständen dürfen als Saatgut geerntet werden", sagte der Sprecher der Landesforsten, Reiner Baumgart, am Montag.

Um aus den Eicheln hochwertiges Saatgut für die Forstbaumschulen gewinnen zu können, ist Handarbeit und ausgeklügelte Technik gefragt. Die braunen Früchte werden einzeln aus dem Laub geklaubt. Grob gereinigt wird die Ausbeute dann in die Beratungsstelle der Landesforsten für Forstsaatgut in Oerrel (FSB) im Kreis Gifhorn geschickt. Dort werden die Eicheln gereinigt, sortiert und gegen Pilzbefall behandelt.

"Ein Teil wird nach dieser Aufbereitung an Baumschulen verkauft und gleich ausgesät", sagte Baumgart. Nicht in allen Beständen lohnt sich die mühsame Ernte noch. "Besonders der mehrfache Kahlfraß durch Schmetterlingsraupen hat viele Eichenwälder in den vergangenen Jahren geschwäch, sagte der Sprecher. Hochwertiges Eichensaatgut sei knapp geworden.

"Nach unseren Schätzungen wird die in den Landesforsten gesammelte Menge von etwa 20 Tonnen ausreichen, um zwei Millionen Eichensetzlinge anzuziehen", sagte FSB-Leiter Andreas Preuß. "Mit diesen Pflanzen können neue Eichenwälder in der Größe von 350 Fußballfeldern entstehen." Die Früchte seien im Herbst Nahrungsgrundlage für viele Tiere wie Wildschweine und Hirsche. Die natürliche Verbreitung erfolgt häufig durch Eichelhäher und Tauben.

In Oerrel lagern die Landesforsten ausgewähltes Saatgut von Bäumen und Sträuchern, um es an andere Forstämter, Waldbesitzer, Baumschulen oder Wissenschaftler zu verkaufen. Seit Gründung der FSB 1985 wurden aus etwa drei Millionen Kilogramm Saatgut rund vier Milliarden Bäume und Sträucher gezogen.

dpa


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