Navigation:
DA STEHTS DRIN: MInisterpräsident David McAllister mit dem Handlungskonzept zum demografischen Wandel. Es ist 76 Seiten lang.

DA STEHTS DRIN: MInisterpräsident David McAllister mit dem Handlungskonzept zum demografischen Wandel. Es ist 76 Seiten lang.© Julian Stratenschulte

|
Demografie

Land will mehr Betriebskitas

Die CDU/FDP-Koalition will noch vor der Landtagswahl die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse regeln, sofern sie wie bei Lehrern, Erziehern und Informatikern den Landesgesetzen unterliegen.

Hannover. „Es ist auch ein Beitrag, um Fachkräfte zu halten. Wir können es uns nicht leisten, dass Akademiker aus dem Ausland in völlig fachfremden Berufen eingesetzt werden“, sagte Ministerpräsident David McAllister (CDU), „wir haben hunderttausende Menschen in Deutschland, die im Ausland studiert haben.“

Das Gesetz soll im Dezember im Landtag verabschiedet werden. Es ist ein neuer Baustein im Handlungskonzept zum demografischen Wandel, das gestern vom Kabinett beschlossen worden ist. Ein Entwurf war bereits im April vorgestellt worden. Nach der Anhörung von 115 Verbänden und Organisationen kamen mehr als 100 Anregungen hinzu.

Das Konzept beschreibt, wie die Landesregierung die Folgenbewältigen will, die sich aus einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung ergeben - ob für Pflege, Schule, Arbeits- oder Wohnungsmarkt.

Bereits in den nächsten 18 Jahren werden einzelne Landkreise vor allem im Süden sowie an der Küste und im Osten mindestens ein Fünftel ihrer Einwohner verlieren, im Kreis Goslar wird es laut Prognose sogar fast ein Viertel sein, während im Südwesten sowie in den Kreisen Lüneburg und Harburg die Bevölkerung wächst. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Jugendlichen bis 2030 um ein Viertel auf 1,24 Millionen. Fast jeder dritte Niedersachse wird dann älter als 65, jeder zwölfte älter als 80 Jahre sein. Und ohne Gegensteuern wird die Zahl der Arbeitskräfte bis dahin um 670000 sinken.

Ein Schwerpunkt des Konzepts liegt daher auch auf der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Landesregierung will bis Ende 2014 Betreuungsangebote für 40 Prozent der ein- bis dreijährigen Kinder schaffen. „Es ist aber auch klar, der Bedarf wird weiter wachsen“, sagte McAllister. Er vermutet, dass Plätze für die Hälfte der Kleinkinder nachgefragt werden. Mit Förderung und Beratung will das Land auch die Zahl der Betriebskitas bis 2014 auf 90 verdreifachen. Das wären 1200 zusätzliche Plätze. Ende November wird es dazu eine Fachtagung in Hannover geben.

Auch die Schülerzahlen sinken weiter: Bis 2020 werden es 150000 Schüler weniger sein, bis 2050 werde sich ihre Zahl halbieren, sagte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU): „Wir werden als Land keine Schule schließen, sondern die Unterrichtsversorgung im ländlichen Raum sichern müssen.“

Auch die Verwaltung wird schrumpfen müssen. In dünn besiedelten Landkreisen könnten viele Behördengänge - etwa Auto anmelden - künftig per Internet erfolgen, erklärte Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Das Land hat bereits ein Online-Portal dafür aufgebaut, das die Kommunen nutzen können.

In den Städten wiederum muss sich der Wohnungsbau anpassen. Gebraucht würden alters- und behindertengerechte Wohnungen sowie preiswerte Mietwohnungen für ein bis zwei Personen, so Sozial-ministerin Aygül Özkan (CDU).


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Finden Sie, dass es im Stadion Bereiche geben soll, in denen Pyro erlaubt ist?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie