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Gesundheit

Land baut Hilfsangebote für traumatisierte Flüchtlinge aus

Eine steigende Zahl von Asylsuchenden nimmt die Hilfsangebote des Netzwerks für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN) in Anspruch. Der Ausbau von dezentralen Angeboten sowie die Besetzung von Stellen brauche allerdings Zeit, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit.

Hannover. Im ersten Halbjahr 2016 wurden mehr als 500 Männer, Frauen und Kinder betreut. Offene Sprechstunden gibt es unter anderem in Hannover, Celle und Göttingen. Das NTFN schult zudem Mitarbeiter von Erstaufnahmeeinrichtungen im Erkennen psychischer Störungen und bietet Fortbildungen für Lehrer, Erzieher und Ehrenamtliche an. Das Land fördert das Netzwerk bis 2018 mit jährlich 520 000 Euro.

Nach Einschätzung der Bundespsychotherapeutenkammer ist mindestens die Hälfte der nach Deutschland Geflüchteten als Folge von Krieg, Gewalt und Verfolgung psychisch erkrankt. Viele leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen oder Depressionen.

"Die Menschen hoffen darauf, dass es ihnen besser geht, wenn sie erst einmal anerkannt sind, eine Wohnung und Arbeit haben", sagte Gisela Penteker, Vorstandsmitglied des niedersächsischen Netzwerkes. "Viele hoffen vergeblich." Die Ärztin kritisierte, dass Flüchtlinge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nur in Akutfällen behandelt werden. "Psychotherapie gehört in der Regel nicht dazu."

Im Nachbarland Bremen wurden im vergangenen Jahr 334 Männer, Frauen und Kinder von der Beratungsstelle Refugio betreut. Diese Flüchtlinge und Folteropfer stammen aus über 30 Länder. Zwei Jahre zuvor waren es erst 232 Klienten gewesen.

dpa


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