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Zur Kultusministerkonferenz in Bremen liegen Aktenordner auf dem Konferenztisch.

Zur Kultusministerkonferenz in Bremen liegen Aktenordner auf dem Konferenztisch. © Ingo Wagner

Bildung

Kultusminister: Flüchtlingskinder gut integriert

Hunderttausende geflüchtete Kinder und Jugendlicher müssen ins deutsche Schul- und Ausbildungssystem integriert werden. Eine riesige Herausforderung. Die Kultusminister der Länder sehen Erfolge - Flüchtlingsorganisationen noch Defizite.

Bremen. Das deutsche Bildungssystem hat sich aus Sicht der Kultusminister der Länder bei der Integration von jungen Flüchtlingen bewährt. Die Länder und Kommunen hätten große Anstrengungen unternommen, um die jungen Geflüchteten so schnell wie möglich in Kitas, Schulen und Ausbildung aufzunehmen, heißt es in einer am Donnerstag verabschiedeten Erklärung der Kultusministerkonferenz. "Kein Kind oder Jugendlicher mit Fluchthintergrund darf zurückgelassen werden."

Flüchtlingsinitiativen forderten auf einer Kundgebung vor dem Tagungsort der KMK "Schule für alle - Das Recht auf Bildung kennt keine Ausnahme". Für Tausende Flüchtlingskinder herrsche Lager- statt Schulalltag. Tausende Kinder warteten ein Jahr und länger, bis sie zur Schule gehen könnten, sagte Jibram Khalil von Jugendliche ohne Grenzen, der bundesweit aktiven Selbstorganisation junger Geflüchteter. "In der Praxis sind die Flüchtlingskinder nicht integriert."

Zu den Zielen und Herausforderungen der Kultusministerkonferenz gehört laut Mitteilung der schnelle Spracherwerb, die Vermittlung demokratischer Grundwerte sowie die Aufnahme und der erfolgreiche Abschluss einer Berufsausbildung. Für alle solle der Zugang zu einer beruflichen Tätigkeit durch Ausbildung oder Studium verbessert werden. Die große Zahl von Geflüchteten und Asylsuchenden und die für das kommende Jahr 2017 zu erwartende hohe Zahl von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen stelle den gesamten Bildungsbereich weiter vor beträchtliche Herausforderungen.

Bundesweit sind im vergangenen Schuljahr nahezu 300 000 neu zugewanderte Kinder und Jugendliche an den allgemein- und berufsbildenden Schulen aufgenommen worden.

"Alle wissen: Wenn wir jetzt gut in Bildung investieren, unterstützen wir die Integration", sagte Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) im Vorfeld der Konferenz. "Bildung ist der Schlüssel zu gelingender Integration." Doch nicht nur für den Unterricht von Flüchtlingen fehlen Lehrkräfte. Es sei insgesamt schwierig, Lehrer für den Schuldienst zu finden, sagte die baden-württembergische Kultusministerin, Susanne Eisenmann. Bundesweit fehlten rund 30 000 Lehrer: "Der Lehrerberuf muss attraktiver werden."

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Petre Wollseifer, forderte angesichts wachsender Sorgen vor einer Radikalisierung in Deutschland mehr Geld und Lehrer für Hauptschulen. "Gute Schule und gute Ausbildung sind der beste Schutz vor rechten Rattenfängern", sagte Wollseifer in einem Interview der "Bild"-Zeitung.

dpa


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