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Kneipenbekanntschaft getötet: Anklage fordert neun Jahre Haft

Ein Mann und eine Frau lernen sich in einer Kneipe kennen, sie trinken gemeinsam. Stunden später streiten sich beide auf der Straße. Kurz darauf ist die Frau tot - erstochen mit einer Astschere. Nun soll der Täter wegen Totschlags neun Jahre ins Gefängnis.

Hildesheim. Neun Jahre Haft hat die Staatsanwaltschaft für einen Mann gefordert, der kurz nach Weihnachten vergangenen Jahres in Holzminden eine 33-Jährige mit einer Astschere tötete. Er hatte die zwei Jahre ältere Frau kurz vorher in einer Kneipe kennengelernt, wo sie mit ihrem Dartclub bei einer Weihnachtsfeier zusammensaß. Am Morgen danach fand ein Angler die Leiche der 33-Jährigen an einem alten Hafenbecken an der Weser.

Im Landgericht Hildesheim forderte Staatsanwältin Anja Oppermann am Dienstag neun Jahre Haft wegen Totschlags für den 31-Jährigen. Sie stufte den Angeklagten wegen einer Persönlichkeitsstörung und wegen seines hohen Alkoholkonsums als vermindert schuldfähig ein, sagte ein Sprecher des Landgerichts. Der Angeklagte hatte die Tat bereits bei der Polizei gestanden.

Die Verteidigung hatte sieben Jahre Freiheitsstrafe wegen Totschlags gefordert, die Nebenklage auf eine Verurteilung wegen Mordes plädiert. Am Freitag soll das Urteil gesprochen werden.

Das Motiv für den Gewaltausbruch konnte im Prozess bis zuletzt nicht mit Sicherheit geklärt werden. Ein Sachverständiger kam zu dem Ergebnis, dass der Angeklagte die junge Frau mundtot machen wollte. Das spätere Opfer müsse etwas gesagt haben, dass bei dem 31-Jährigen aufgrund seiner Störung etwas auslöste, was letzlich zum Tod der Frau führte.

Nach einer zerrütteten Kindheit und einem Leben mit Alkohol und Drogen, Obdachlosigkeit, Selbstmordversuchen, Entgiftungen und Therapien hatte der Angeklagte nach eigener Aussage zum Tatzeitpunkt gerade eine Ausbildung im Zierpflanzenbau begonnen. Laut Anklage hatte der Mann die 33-Jährige am 28. Dezember in Holzminden in einer Kneipe kennengelernt und mit ihr getrunken. Nach einem Streit auf der Straße soll er die Frau dann nachts bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und danach erstochen haben.

dpa


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